Valneva Aktie: 2,03 Euro Jahrestief nach Sicherheitsauflagen

Verschärfte EU-Zulassung für Chikungunya-Impfstoff Ixchiq belastet Valneva-Aktie schwer. Hoffnung ruht nun auf Pfizer-Partnerschaft.

Auf einen Blick:
  • Aktie fällt auf neues Jahrestief
  • Strengere EU-Vorgaben für Ixchiq
  • US-Zulassungsantrag bereits zurückgezogen
  • Borreliose-Impfstoff als letzte Hoffnung

Valneva rutscht auf ein neues Jahrestief. Der Kurs markierte am Freitag bei 2,03 Euro einen Tiefpunkt. Neue Sicherheitsvorgaben für den Chikungunya-Impfstoff Ixchiq belasten die Stimmung der Marktteilnehmer massiv.

Eingeschränkte Zulassung in Europa

In Europa gelten nun strengere Regeln für die Verabreichung von Ixchiq. Fachkreise erhielten Mitte Juli die Information, dass der Impfstoff nur noch bei Personen ab 12 Jahren mit hohem Infektionsrisiko eingesetzt werden soll. Zuvor war die potenzielle Zielgruppe deutlich breiter gefasst.

Die Behörden reagieren mit dieser Maßnahme auf Berichte über schwere Nebenwirkungen. Dazu zählen neurologische Komplikationen wie Gehirnentzündungen. Die Neuausrichtung macht aus Ixchiq vorerst ein Nischenprodukt für Spezialanwendungen statt eines Massenprodukts für allgemeine Reisende.

Parallel dazu kämpft das Unternehmen mit Rückschlägen auf dem US-Markt. Valneva zog den dortigen Zulassungsantrag bereits Anfang 2026 zurück. Sicherheitsbedenken und ein vorübergehender Forschungsstopp durch die Behörden bremsten die Entwicklung in den Vereinigten Staaten aus.

Wachsende Skepsis am Markt

Die Skepsis der Investoren spiegelt sich deutlich im Kursverlauf wider. Seit Jahresbeginn verlor das Papier 44,59 Prozent an Wert. Technisch gilt die Aktie bei einem RSI-Wert von 29,7 jedoch als überverkauft, was kurzfristige Gegenbewegungen provozieren könnte.

Zusätzlich gerät die Aktie durch verstärkte Aktivitäten von Leerverkäufern unter Druck. Institutionelle Investoren haben ihre Positionen gegen das Unternehmen zuletzt ausgebaut. Die Marktkapitalisierung des Impfstoffspezialisten ist infolgedessen auf rund 433 Millionen Euro geschrumpft.

Fokus auf Pfizer-Partnerschaft

Anleger blicken nun auf den August. Dann veröffentlicht Valneva die offiziellen Halbjahreszahlen für 2026. Ende März verfügte das Unternehmen über liquide Mittel von rund 105 Millionen Euro, ergänzt durch eine Kapitalerhöhung im Frühjahr.

Die langfristige Hoffnung ruht auf dem Borreliose-Impfstoffkandidaten VLA15. Gemeinsam mit dem Partner Pfizer plant Valneva hierfür die Zulassungsanträge in den USA und Europa. Die Einreichung der Unterlagen soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 erfolgen.

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