Vale hat in Nova Lima keine Dämme mehr im Notfallstatus. Die brasilianische Bergbaubehörde ANM hob im Oktober den entsprechenden Status der Struktur B7A auf. Damit erreicht das Unternehmen einen weiteren Schritt beim Rückbau seiner Anlagen. Der Rechtsstreit über Hilfszahlungen nach der Dammkatastrophe von Brumadinho bleibt dagegen offen. Fortschritte an den Bauwerken bedeuten für Anleger deshalb noch keinen Abschluss der rechtlichen Altlasten.
Rückbau in Nova Lima schreitet voran
Nach Angaben von Vale folgte die Entscheidung der ANM auf die im Juni abgeschlossenen Rückbauarbeiten an B7A in der Mine Águas Claras. Die Struktur sammelt weder Wasser noch Sedimente und erfüllt keine Dammfunktion mehr. Die gesetzlich vorgeschriebene Überwachung hat begonnen.
Auch an weiteren Anlagen meldet Vale Fortschritte. Der Rückbau des Damms 8B und des Hilfsdeichs von Damm 5 ist abgeschlossen. Für andere Strukturen laufen die Projekte noch.
Die Arbeiten an Damm B6 begannen 2026. Ihr Abschluss ist für das zweite Halbjahr 2027 vorgesehen. Der aufgehobene Notfallstatus in Nova Lima ist somit nicht mit dem Ende sämtlicher Arbeiten gleichzusetzen.
Für die Einordnung ist diese Unterscheidung entscheidend: Die behördliche Entscheidung betrifft den Notfallstatus. Laufende Rückbauprojekte und die anschließende Überwachung bleiben eigenständige Aufgaben.
Hilfszahlungen bleiben Gegenstand des Rechtsstreits
In Brumadinho steht unterdessen die finanzielle Unterstützung der Betroffenen im Mittelpunkt. STJ-Ministerin Maria Isabel Gallotti ordnete am Mittwoch vorläufig an, dass mehr als 160.000 Betroffene kein neues Nothilfegeld abheben dürfen. Die Einzahlungen von Vale bleiben bis zur Entscheidung über den Rechtsbehelf gesperrt.
Die Anordnung verpflichtet Vale allerdings nicht ausdrücklich dazu, weitere Einzahlungen einzustellen. Auch über die Zahlungspflicht selbst ist damit nicht endgültig entschieden. Die Stadt Brumadinho will die vorläufige Entscheidung anfechten.
Vale bestreitet eine Zahlungspflicht nach dem Ende des Transferprogramms im Oktober 2025. Die Reparationsvereinbarung von 2021 sah 4,4 Milliarden Real für finanzielle Hilfe vor.
Der Streit betrifft damit die Fortsetzung der Unterstützung nach dem Programmende. Die Sperre der Auszahlungen darf weder als endgültiger Erfolg für Vale noch als abschließende Klärung der Verpflichtungen verstanden werden.
Quartalsbericht als nächster Termin
Für Donnerstag ist die Veröffentlichung der Ergebnisse des dritten Quartals vorgesehen; der Termin kann sich noch ändern. Bis dahin stehen die Fortschritte beim Dammrückbau neben einem weiterhin offenen Rechtsstreit. Beide Entwicklungen müssen Anleger getrennt bewerten: Die Entwarnung für Nova Lima entscheidet nicht über die finanziellen Ansprüche in Brumadinho.
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