Im Zentrum steht dabei die 2,8 Milliarden US-Dollar schwere Übernahme der brasilianischen Serra Verde Group. CEO Barbara Humpton bezeichnete die Transaktion in einem Interview mit Bloomberg als „transformativ“. Der Abschluss der Übernahme wird für das dritte Quartal 2026 erwartet und soll USA Rare Earth zu einem weltweit führenden Akteur im Bereich der Seltenen Erden machen. Diese Rohstoffe sind essenziell für die Herstellung von Magneten, die in der Unterhaltungselektronik, der Automobilindustrie und der Verteidigungstechnik eingesetzt werden.
Strategische Expansion und rechtlicher Gegenwind
Parallel zur Expansion nach Brasilien konkretisiert das Unternehmen die Fusion mit Texas Mineral Resources (TMRC). In diesem Zusammenhang wurde am 16. Juli 2026 eine Änderung der Fusionsvereinbarung mit der SVRE Holdings bekannt gegeben, welche den Abschluss an einen Abnahmevertrag vom 20. April 2026 knüpft. Im Rahmen der Zusammenführung mit TMRC sollen die Aktionäre insgesamt 3.823.328 Stammaktien von USA Rare Earth erhalten.
Der Prozess wird jedoch von juristischen Auseinandersetzungen begleitet. Anfang Juli reichten die Aktionäre Anthony Malone und Nathan Turner Klagen gegen TMRC ein. Sie werfen dem Unternehmen vor, im Rahmen der Registrierungserklärung für die Fusion irreführende Angaben gemacht zu haben. Um Verzögerungen im Zeitplan zu vermeiden, veröffentlichten TMRC und USA Rare Earth am 17. Juli 2026 ergänzende Informationen bei der US-Börsenaufsicht SEC. Diese enthalten unter anderem detaillierte Finanzprognosen für das Round Top-Projekt, die von der Geschäftsführung Mitte Februar erstellt worden waren. Trotz der juristischen Vorbehalte halten die Unternehmen am Fusionsvorhaben fest.
Massive staatliche Unterstützung durch „Project Vault“
Der Ausbau der heimischen Lieferkette für kritische Mineralien genießt in den USA derzeit höchste Priorität. USA Rare Earth befindet sich in fortgeschrittenen Verhandlungen über staatliche Unterstützungsleistungen in Höhe von bis zu 1,6 Milliarden US-Dollar durch das US-Handelsministerium. Diese Mittel könnten auch eine staatliche Eigenkapitalbeteiligung umfassen. Hintergrund ist das sogenannte „Project Vault“, ein Programm zur Sicherung strategischer Rohstoffvorräte. Es umfasst Kredite der Export-Import Bank in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar sowie privates Kapital im Volumen von 1,67 Milliarden US-Dollar.
Ziel dieser Initiativen ist es, die Abhängigkeit von China zu verringern, das derzeit über 90 Prozent der weltweiten Verarbeitung von Seltenen Erden kontrolliert. Die Dringlichkeit wird durch Exportbeschränkungen verschärft, die China bereits im Jahr 2025 für Metalle wie Neodym und Dysprosium verhängt hatte.
Marktposition und Analysteneinschätzung
An der Börse verzeichnete der Wert zuletzt eine volatile Entwicklung. Trotz eines Rücksetzers am vergangenen Freitag notiert die Aktie seit Jahresbeginn noch immer mit 32,40 % im Plus. Der Schlusskurs lag zuletzt bei 15,65 USD. Damit ist das Papier jedoch noch immer weit von seinem bisherigen Jahreshöchststand entfernt; der Abstand zum 52-Wochen-Hoch beträgt aktuell -59,54 %.
Analysten bewerten die langfristigen Aussichten dennoch positiv. Medienberichten zufolge wurde für den Titel Mitte Juli eine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 40 USD ausgesprochen. Neben der staatlichen Förderung stützen auch bereits gesicherte Finanzierungen das operative Geschäft. So schloss die SVRE Holdings bereits am 4. Juni 2026 ein zusätzliches Darlehen über 100 Millionen US-Dollar ab. Das Unternehmen plant zudem eine Privatplatzierung im Volumen von 1,5 Milliarden US-Dollar, um die ambitionierten Wachstumspläne zu finanzieren.
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