Der US-Senat hat am Mittwoch die Beratungen über einen Gesetzentwurf vertagt, der den Import, die Produktion und den Verkauf von vernetzten Fahrzeugen sowie relevanter Hard- und Software mit Bezug zu China dauerhaft verbieten soll.
Für chinesische Automobilhersteller wie BYD bedeutet dieser Schritt eine Atempause bei drohenden Marktzugangsbeschränkungen in den Vereinigten Staaten. An den europäischen Handelsplätzen schloss die BYD-Aktie am Freitag bei 8,39 Euro und verzeichnete einen Tagesverlust von 2,4 Prozent.
Exportboom federt schwächelnden Heimatmarkt ab
Die politische Vertagung in Washington fällt in eine Phase, in der BYD seine internationale Präsenz forciert. Am Donnerstag veröffentlichte das Unternehmen seine Absatzzahlen für den Monat September. Demnach stiegen die Auslieferungen von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben um 17 Prozent auf 463.561 Einheiten im Vergleich zum Vorjahresmonat. Das Segment der Pkw- und Pickup-Ausfuhren verzeichnete mit 179.877 Fahrzeugen ein deutliches Wachstum.
Wie Reuters berichtete, tragen die florierenden Übersee-Exporte maßgeblich dazu bei, die anhaltend schwache Binnennachfrage auf dem chinesischen Heimatmarkt auszugleichen. Dort kämpfen die Hersteller mit einem erbitterten Preiskampf und zurückhaltenden Verbrauchern.
Die Ausweitung der internationalen Lieferungen soll diese Bremsspuren kompensieren, rückt chinesische Hersteller jedoch zugleich verstärkt in den Fokus ausländischer Regulierungsbehörden und Handelspolitiker.
Zurückhaltende Einstufung durch JPMorgan
Trotz der Zuwächse bei den Exporten zeigen sich einige Marktbeobachter vorsichtig hinsichtlich der weiteren Entwicklung. Die Analysten von JPMorgan stuften die Aktie am Dienstag von „Overweight“ auf „Neutral“ herab und reduzierten ihr Kursziel von 124 auf 88 Hongkong-Dollar.
Die Experten begründeten diesen Schritt mit der verhaltenen Inlandsnachfrage, steigenden Vorleistungskosten sowie anhaltender politischer Unsicherheit und drohenden Handelsbarrieren für chinesische Autohersteller im Ausland.
Medienberichten zufolge reagierten die Anleger in Hongkong am Freitag verhalten auf die Veröffentlichungen, woraufhin die dortige Notierung nach Wiederaufnahme des Handels nachgab.
Aus den ungeprüften Unternehmensangaben für die ersten neun Monate des Jahres geht ein Gesamtabsatz von 3.131.576 Fahrzeugen hervor, was einem Rückgang von 3,94 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Nach den jüngsten Kursverlusten notiert das Papier an den europäischen Börsen 4,5 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief.
Für Anleger verdeutlicht diese Konstellation das Spannungsfeld, in dem sich der Konzern bewegt. Während die Expansion in Überseemärkte neue Absatzchancen eröffnet, bleiben handelspolitische Weichenstellungen in Washington und anderen Wirtschaftsräumen ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor für das künftige Geschäft.
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