Uran: Preis auf 17-Monats-Hoch!

Der Uranpreis notiert auf dem höchsten Stand seit 17 Monaten, angetrieben durch Produktionskürzungen in Kasachstan und den massiven Energiebedarf von KI-Rechenzentren.

Auf einen Blick:
  • Spotpreis erreicht 83 bis 85 US-Dollar pro Pfund
  • Kasachischer Konzern Kazatomprom reduziert Jahresproduktion
  • KI-Boom treibt Nachfrage nach CO2-freiem Strom
  • Geopolitische Spaltung des globalen Uranmarktes

Der Uranpreis hat im Januar 2026 mit Notierungen zwischen 83 und 85 US-Dollar pro Pfund ein neues 17-Monats-Hoch erreicht. Getrieben wird diese Entwicklung durch eine gezielte Angebotsverknappung marktführender Produzenten und den massiven Energiebedarf der globalen Technologiebranche. Kann die schleppende Förderung im Westen die wachsende Nachfrage aus dem KI-Sektor überhaupt noch bedienen?

  • Spotpreis: 83 bis 85 USD pro Pfund (17-Monats-Hoch)
  • Produktion: Kazatomprom kürzt Jahresziel 2026 um 10 %
  • US-Förderung: Einbruch um 44 % im dritten Quartal 2025
  • Bedarf: WNA prognostiziert 150.000 Tonnen Uranbedarf bis 2040

Produktion unter Druck

Ein wesentlicher Treiber für die aktuelle Preisdynamik ist die Strategie des kasachischen Staatskonzerns Kazatomprom. Das Unternehmen hat seine nominale Uranproduktion für 2026 um rund 10 % auf etwa 29.697 Tonnen nach unten korrigiert. Besonders Anpassungen beim Budenovskoye-Projekt belasten das globale Angebot.

Gleichzeitig bleibt die Versorgungssituation in den USA prekär. Nach Daten der Energy Information Administration (EIA) sank die heimische Uranförderung bereits im dritten Quartal 2025 massiv um 44 % auf rund 330.000 Pfund. Dieses strukturelle Defizit erhöht die Abhängigkeit von Importen und stützt das Preisniveau am Spotmarkt, während langfristige Lieferverträge mittlerweile ebenfalls die Marke von 85 US-Dollar erreichen.

KI-Sektor befeuert die Nachfrage

Auf der Nachfrageseite sorgt ein fundamentaler Wandel für zusätzlichen Preisdruck. Große Technologiekonzerne wie Microsoft, Google und Amazon sichern sich verstärkt Kapazitäten bei Kernkraftwerken, um den enormen Strombedarf ihrer KI-Rechenzentren mit CO2-freier Grundlast zu decken. Diese neuen Abnahmebeziehungen agieren weitgehend unabhängig von kurzfristigen Preisschwankungen und binden signifikante Mengen am Markt.

Die World Nuclear Association (WNA) rechnet infolge dieser Entwicklung mit einem Anstieg des weltweiten Reaktorbedarfs auf 150.000 Tonnen Uran bis zum Jahr 2040. Die Dringlichkeit für die Betreiber zeigt sich auch in der aktuellen Auslastung: In den ersten drei Januarwochen 2026 verzeichneten US-Kernkraftwerke die niedrigsten ungeplanten Ausfallraten seit September 2025.

Geopolitische Fragmentierung

Die USA forcieren unterdessen die Abkehr von russischen Lieferketten. Das US-Energieministerium stellt 2,7 Milliarden US-Dollar bereit, um die heimische Produktion von hochangereichertem Uran (HALEU) durch Projekte von American Centrifuge Operating und Orano Federal Services zu fördern.

Parallel dazu festigt Russland seine Position im Osten und lieferte am 22. Januar erstmals Brennstoff für Reaktoren nach China. Diese Entwicklungen unterstreichen die zunehmende Aufspaltung des globalen Uranmarktes in getrennte westliche und östliche Lieferzonen. Ob die angekündigten Produktionssteigerungen in Nordamerika die durch Kasachstan und geopolitische Sanktionen entstandenen Lücken zeitnah schließen können, bleibt die entscheidende Variable für die Preisgestaltung im weiteren Jahresverlauf.

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