Die Transformation des finnischen Forstindustriekonzerns Upm-Kymmene nimmt durch konkrete Finanzdaten für die geplante Abspaltung des Sperrholzgeschäfts Form an. Während die Vorbereitungen für den Börsengang der neuen Wisa Group in die finale Phase gehen, sieht sich das Unternehmen bei einem weiteren strategischen Großprojekt mit regulatorischem Gegenwind aus Brüssel konfrontiert.
Millionenaufwand für den Börsengang der Wisa Group
Medienberichten zufolge sind im Zuge der Aufteilung von UPM-Kymmene erhebliche Kosten für die Börsennotierung der Wisa Group angefallen. Die Gesamtkosten für die Abspaltung und das Listing werden auf 32,3 Millionen Euro beziffert.
Davon trägt UPM einen Anteil von 9,3 Millionen Euro, während die verbleibenden 23,0 Millionen Euro auf die künftige Wisa Group entfallen. Der offizielle Handelsstart der Wisa-Aktien an der Börse in Helsinki ist für Anfang November vorgesehen.
Hinter der Abspaltung steht eine klare Wachstumsstrategie für das verselbstständigte Unternehmen. Bis zum Jahr 2030 strebt die Wisa Group einen Umsatz von mehr als 550 Millionen Euro an. Dabei wird eine vergleichbare operative Gewinnmarge (EBIT-Marge) von 13 Prozent anvisiert.
Dass dieser Weg ambitioniert ist, zeigen die Zahlen des vergangenen Jahres: 2025 sank der Umsatz der Sparte um 5 Prozent auf 409 Millionen Euro, während das operative Ergebnis um 15 Prozent auf 35 Millionen Euro zurückging. Dies entsprach zuletzt einer Marge von 8,7 Prozent.
EU-Kommission äußert Bedenken bei Sappi-Joint-Venture
Parallel zur Wisa-Abspaltung muss UPM-Kymmene Rückschläge bei einem geplanten Gemeinschaftsunternehmen mit dem Mitbewerber Sappi hinnehmen. Das Joint Venture, das einen Wert von rund 1,42 Milliarden Euro aufweist, wird derzeit von der EU-Kommission geprüft. Die Wettbewerbshüter haben den Unternehmen mitgeteilt, dass das Vorhaben den Wettbewerb auf dem Markt für grafisches Papier einschränken könnte.
Die Kommission befürchtet laut Berichten, dass der Zusammenschluss zu steigenden Preisen und einer Verschlechterung der Qualität für die Kunden führen könnte.
Die beteiligten Unternehmen betonen hingegen, dass das Joint Venture eine notwendige Antwort auf die strukturell sinkende Nachfrage, bestehende Überkapazitäten und die hohen Energiekosten in Europa sei. UPM und Sappi befinden sich weiterhin im Dialog mit der Behörde, um auf die geäußerten Bedenken zu reagieren.
Branchenumfeld bleibt von Preisdruck geprägt
Die Herausforderungen für die finnische Forstindustrie zeigen sich auch im breiteren Marktkontext. Analysten weisen darauf hin, dass neue Produktfelder wie Textilfasern oder Batteriematerialien bisher kaum nennenswerte Umsatzbeiträge leisten und sich teilweise noch in der Pilotphase befinden.
Während UPM-Kymmene intern umstrukturiert, reagieren Wettbewerber auf den anhaltenden Inflationsdruck. So kündigte das Unternehmen Sonoco an, die Preise für ungestrichenen Recyclingkarton in der EMEA-Region ab Mitte September um 60 Euro pro Tonne zu erhöhen.
An der Börse zeigte sich die Aktie von UPM-Kymmene zuletzt stabil. Am Freitag schloss das Papier mit einem Plus von 1,1 Prozent bei 24,29 Euro. Damit notiert der Wert rund 3,8 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 23,39 Euro, was auf eine kurzfristige Festigung des Kursniveaus hindeutet. Die Anleger blicken nun gespannt auf die weitere Entwicklung des Sappi-Deals und den bevorstehenden Wisa-Börsengang im November.
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