Analysten-Downgrade belastet den Zellstoff-Riesen
Der finnische Forstindustriekonzern Upm-Kymmene steht derzeit vor einer doppelten Herausforderung: Während das Management den Konzernumbau durch Abspaltungen vorantreibt, verschlechtern sich die Marktaussichten für das Kerngeschäft. Am 10. August stufte das Analysehaus Barclays die Aktie von „Equalweight“ auf „Underweight“ herab und senkte das Kursziel von 24,00 Euro auf 21,00 Euro.
Laut Analyst Pallav Mittal sorgt die neu auf den Markt drängende globale Zellstoffkapazität für einen strukturellen Preisdruck, der die Gewinne in den kommenden zwei Jahren belasten könnte. Die Experten erwarten für 2026 und 2027 ein operatives Ergebnis, das etwa 5 bis 10 Prozent unter den bisherigen Markterwartungen liegt.
Strategischer Umbau: WISA-Abspaltung und Joint Venture
Trotz der skeptischen Analystenstimme setzt UPM seinen Transformationskurs konsequent fort. Ein zentraler Termin für Anleger ist der 31. August, an dem eine außerordentliche Hauptversammlung über die geplante Abspaltung des Sperrholzgeschäfts in die neue WISA Group Plc entscheiden wird.
Verläuft alles nach Plan, soll die Trennung zum 31. Oktober wirksam werden und die Erstnotiz der WISA-Aktie an der Börse Helsinki am 2. November erfolgen. Tuija Suur-Hamari wird den neuen Konzern als CEO führen.
Parallel dazu arbeitet UPM an der Konsolidierung des europäischen Marktes für grafische Papiere. Ende Mai unterzeichnete das Unternehmen eine Vereinbarung mit Sappi zur Gründung eines 50/50-Joint-Ventures. Dieses Vorhaben, das jährliche Synergien von rund 100 Millionen Euro erzielen soll, wird derzeit von der EU-Wettbewerbsbehörde geprüft. Eine Entscheidung der Wettbewerbshüter wird bis Ende des Jahres erwartet.
Starke Quartalszahlen treffen auf operative Hürden
In der operativen Bilanz für das zweite Quartal, die das Unternehmen am 23. Juli vorlegte, zeigten sich Licht und Schatten. Das vergleichbare EBIT sprang im Jahresvergleich um 71 Prozent auf 212 Millionen Euro.
Besonders stark schnitt der Bereich Biofuels ab, der im ersten Halbjahr 2026 eine EBIT-Marge von 35 Prozent erzielte. Zudem treibt UPM Projekte für erneuerbare Energien voran und verfügt mittlerweile über eine Pipeline für Wind- und Solarenergie von bis zu einem Gigawatt, die ab 2027 baureif sein könnte.
Allerdings trüben steigende Kosten das Bild für das zweite Halbjahr. Laut Unternehmensangaben werden die Instandhaltungskosten in der zweiten Jahreshälfte um 40 Millionen Euro höher ausfallen als in den ersten sechs Monaten. Hinzu kommen Belastungen durch den Hochlauf der Biochemie-Sparte sowie eine anhaltend schwache Nachfrage nach Spezialmaterialien in Nordamerika. Auch drohende Zölle im Handel zwischen den USA und Kanada könnten den Zellstoffmarkt weiter verunsichern.
Marktlage der Aktie
Die Kursentwicklung spiegelt die aktuelle Unsicherheit wider. Zum Wochenschluss am Freitag notierte die Aktie bei 23,00 Euro. Damit summiert sich der Rückgang seit Jahresbeginn auf 7,4 Prozent. Aktuell weist der Wert einen Abstand von 17 Prozent zu seinem 52-Wochen-Hoch auf, das im Februar bei 27,83 Euro markiert wurde. Anleger blicken nun auf die Hauptversammlung Ende August, die den Weg für die neue Konzernstruktur endgültig frei machen soll.
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