Der finnische Forst- und Papierkonzern Upm-Kymmene hat am Donnerstag seinen Finanzbericht für das erste Halbjahr 2026 vorgelegt. Während das Unternehmen beim operativen Ergebnis die Erwartungen der Analysten leicht übertreffen konnte, reagierte der Kapitalmarkt mit deutlichen Abverkäufen auf die gleichzeitig veröffentlichten Umsatzzahlen und den Ausblick für die kommenden Monate. Der Aktienkurs verlor im Tagesverlauf 7,50 % an Wert und notierte bei 22,32 €. Damit nähert sich das Papier seinem 52-Wochen-Tief von 22,15 € bis auf einen Abstand von lediglich 0,77 % an.
Umsatzverfehlung belastet den Aktienkurs
Im zweiten Quartal 2026 erzielte UPM einen Umsatz von 2,355 Milliarden Euro, was einem leichten Anstieg von rund einem Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Damit blieb der Konzern jedoch hinter dem Marktkonsens zurück, den Analysten im Vorfeld bei etwa 2,45 Milliarden Euro angesiedelt hatten. Trotz des schwächeren Umsatzwachstums gelang es dem Unternehmen, das vergleichbare EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) im zweiten Quartal massiv um 71 % auf 212 Millionen Euro zu steigern. In der ersten Jahreshälfte summierte sich das vergleichbare EBIT damit auf 471 Millionen Euro, ein Plus von 17 % gegenüber dem Vorjahr.
Laut Medienberichten war die Ergebnisentwicklung vor allem durch höhere Absatzvolumina und ein diszipliniertes Margenmanagement geprägt. CEO Massimo Reynaudo betonte, dass alle Geschäftsbereiche ihre Ergebnisse sowohl gegenüber dem Vorjahresquartal als auch gegenüber dem ersten Quartal 2026 verbessern konnten. Dennoch verwies die Investmentbank Goldman Sachs darauf, dass insbesondere die Bereiche Fasern (Fibres) und Energie hinter den Erwartungen zurückblieben, was zu negativen Revisionen bei den künftigen Schätzungen führen könnte.
Strategischer Umbau durch Joint Venture und Abspaltung
Parallel zu den Finanzergebnissen treibt UPM die Umgestaltung seines Portfolios voran. Ein Meilenstein ist die Unterzeichnung eines definitiven Abkommens mit dem Papierhersteller Sappi zur Gründung eines Joint Ventures für grafische Papiere. Die Finanzierung für dieses Vorhaben ist laut Unternehmensangaben bereits gesichert.
Zudem schreitet die Abspaltung des Sperrholzgeschäfts voran. Die Sparte UPM Plywood wird in die neu gegründete WISA Group überführt. Der Plan für diese Entflechtung wurde bereits genehmigt, wobei der Börsengang der WISA Group für November 2026 angestrebt wird. In der Bilanz wird der Bereich Plywood daher bereits als aufgegebener Geschäftsbereich klassifiziert. Diese Maßnahmen sind Teil einer Strategie, sich stärker auf Wachstumskerne wie Biofuels und spezialisierte Materialien zu konzentrieren. Im Bereich der Biokraftstoffe verzeichnete das Unternehmen im abgelaufenen Quartal eine starke Nachfrage, während der Hochlauf der Bioraffinerie in Leuna planmäßig verläuft.
Gemischter Ausblick auf das zweite Halbjahr
Für die zweite Jahreshälfte 2026 prognostiziert das Management ein vergleichbares EBIT in einer Spanne von 375 bis 575 Millionen Euro. Das Unternehmen sieht sich jedoch mit Sensitivitäten konfrontiert: So würde eine Änderung des Zellstoffpreises um 50 Euro pro Tonne das EBIT um schätzungsweise 180 bis 270 Millionen Euro beeinflussen. Eine Schwankung des Strompreises um 10 Euro pro Megawattstunde hätte Auswirkungen von rund 40 Millionen Euro auf das Ergebnis.
Trotz der Effizienzsteigerungen und Kostensenkungsmaßnahmen warnen Analysten vor potenziell höheren Kosten im zweiten Halbjahr. Die Nettoverschuldung des Konzerns belief sich zum Ende des Berichtszeitraums auf 3,313 Milliarden Euro, was einem Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA von 2,36 entspricht. Im April 2026 hatte das Unternehmen eine erste Dividendentranche in Höhe von 395 Millionen Euro an seine Aktionäre ausgeschüttet. Im Bereich Nachhaltigkeit konnte UPM erneut Spitzenwerte erzielen, darunter ein Platin-Rating von EcoVadis und eine Einstufung in der A-Liste des CDP.
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