Unitedhealth Aktie: Kostenquote überrascht positiv

UnitedHealth übertrifft Erwartungen mit starkem Quartalsgewinn und senkt überraschend die medizinische Kostenquote.

Auf einen Blick:
  • Bereinigter Gewinn übertrifft Analystenschätzungen
  • Medizinische Kostenquote sinkt auf 86,7 Prozent
  • Jahresprognose für Gewinn je Aktie angehoben
  • Aktie steigt vorbörslich um 7,6 Prozent

Unitedhealth hat mit seinen Zweitquartalszahlen selbst optimistische Erwartungen übertroffen. Der Krankenversicherer meldete einen bereinigten Gewinn von 6,38 US-Dollar je Aktie — mehr als 1,50 Dollar über dem Analystenkonsens von etwa 4,85 Dollar. Die Aktie reagierte im vorbörslichen Handel mit einem Kurssprung von 7,6 Prozent.

Der Umsatz kletterte auf 112,0 Milliarden US-Dollar und lag damit über der Schätzung von 110,76 Milliarden US-Dollar. Das GAAP-Ergebnis je Aktie stieg auf 6,04 US-Dollar, nach 3,74 US-Dollar im Vorjahresquartal. Für das Segment Optum verzeichnete das Unternehmen eine besonders starke Entwicklung.

Medizinische Kostenquote als Schlüsselgröße

Entscheidender als die reinen Ergebniszahlen war für viele Investoren die medizinische Kostenquote. Sie fiel im Quartal auf 86,7 Prozent, verglichen mit 89,4 Prozent im Vorjahr — deutlich besser als die von Analysten erwartete Quote von rund 88,6 Prozent. Diese Kennziffer, die den Anteil der Prämieneinnahmen misst, der für Versicherungsleistungen aufgewendet wird, gilt seit zwei Jahren als zentrale Sorge der Aktionäre. Die Verbesserung liefert ein starkes Signal, dass sich der Kostendruck tatsächlich löst.

Auf Basis der starken Entwicklung hob UnitedHealth die Jahresprognose für den bereinigten Gewinn je Aktie auf eine Spanne von 19,50 bis 20,00 US-Dollar an — deutlich über dem bisherigen Konsens von etwa 18,48 US-Dollar. Piper Sandler hatte bereits im Vorfeld der Zahlen das Kursziel von 420 auf 475 US-Dollar angehoben und die Einstufung „Overweight“ bestätigt, mit Verweis auf die erwartete Stärke im Medicare-Advantage-Geschäft.

Vor der Veröffentlichung hatte sich noch Zurückhaltung breitgemacht. Der Wettbewerber Elevance Health hatte kurz zuvor über anhaltenden Margendruck im Medicaid-Geschäft berichtet, was auf die gesamte Branche der Managed-Care-Anbieter drückte. Die aktuellen Zahlen kehrten diese Stimmung um — und das in einem insgesamt eher schwachen Marktumfeld, in dem S&P 500 und Nasdaq zeitgleich nachgaben.

Mit einem vorbörslichen Kurs von 450,55 US-Dollar notiert UnitedHealth bereits über dem bisherigen 52-Wochen-Hoch von 434,30 US-Dollar. Die Kombination aus Gewinnüberraschung, verbesserter Kostenquote und angehobener Prognose lässt den mehrjährigen Turnaround des Konzerns nun greifbarer erscheinen als in den vergangenen Quartalen.

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