Es war kein Paukenschlag, eher ein stilles Aufräumen. Greg Abel, seit diesem Jahr CEO von Berkshire Hathaway, hat im ersten Quartal das Aktienportfolio des Konglomerats von 39 auf 26 Positionen zusammengestrichen. Und wer dabei auf der Strecke blieb, war unter anderem Unitedhealth. Am Montag fiel die Aktie des Krankenversicherers um mehr als 2 Prozent, nachdem Berkshire am Freitag per 13F-Filing den vollständigen Ausstieg aus der Position offengelegt hatte.
Buffetts Fingerabdruck, Abels Entscheidung
Im August vergangenen Jahres hatte Berkshire noch 5 Millionen UnitedHealth-Aktien gekauft. Damals hatte allein die Nachricht die Aktie nach oben gezogen, weil Anleger darin ein Signal für einen Turnaround unter dem zurückgekehrten CEO Stephen Hemsley sahen. Nun ist die Position weg, und der Markt interpretiert das als das, was es wohl ist: eine Portfoliobereinigung unter neuem Management, keine Aussage über das Unternehmen selbst.
Bill Stone, Chefinvestor bei der Glenview Trust Company, bringt es auf den Punkt: Berkshires Portfoliobewegungen haben eben eine Wirkung auf Kurse, egal ob Buffett dahintersteckt oder nicht. Und da UnitedHealth in diesem Jahr schon rund 20 Prozent zugelegt hat, sei die Versuchung zur Gewinnmitnahme zusätzlich gestiegen.
UnitedHealth Group Incorporated Aktie Chart
Der Turnaround läuft trotzdem
Was der Ausstieg nicht bedeutet: dass mit UnitedHealth etwas nicht stimmt. James Harlow, Senior Vice President bei Novare Capital Management, das gut 54.000 UnitedHealth-Aktien hält, sagt, der operative Turnaround sei im Gange und zeige die richtige Richtung. Im April hatte UnitedHealth die Jahresprognose angehoben und die Erwartungen für das erste Quartal bei Gewinn und Umsatz übertroffen. Andere große Krankenversicherer meldeten zuletzt ebenfalls starke Quartalsergebnisse.
Julie Utterback von Morningstar sieht Berkshires Abgang denn auch schlicht als Frage der Portfoliostruktur unter dem neuen CEO, nicht als inhaltliches Urteil über den Managed-Care-Sektor. Der habe im laufenden Quartalszyklus ohnehin Rückenwind gehabt.
Abel räumt weiter auf
Die UnitedHealth-Position ist dabei nur ein Mosaikstein. Berkshire trennte sich im ersten Quartal auch von Mastercard, Visa, Domino’s Pizza und den Atlanta Braves. Gleichzeitig kaufte Abel massiv Alphabet-Aktien, verdreifachte fast die Beteiligung an der New York Times und stockte Lennar um mehr als 40 Prozent auf. Das Portfolio, das Buffett über Jahrzehnte aufgebaut hat, sieht unter seinem Nachfolger schon nach einem Quartal merklich anders aus.
Für UnitedHealth-Aktionäre bleibt die Lage damit eigentümlich: Die Aktie verliert, weil ein Investor verkauft hat, der sie erst vor neun Monaten gekauft hat. Das Unternehmen selbst hat sich dabei nicht verändert. 2 Prozent Minus für eine Portfoliobereinigung, die nichts über das Geschäft aussagt. Teurer Lerneffekt für alle, die Berkshire-Käufe als Kaufsignal interpretiert hatten.
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