Unipol mobilisiert frisches Kapital für die italienische Bankenkonsolidierung. Der Finanzkonzern hat eine Bezugsrechtsemission über ein Volumen von bis zu 2,5 Milliarden Euro begonnen, um die Neuordnung im heimischen Bankensektor aktiv mitzugestalten. Am gestrigen Dienstag schloss die Aktie bei 25,57 Euro, was einem Tagesgewinn von 2,8 Prozent entspricht.
Konditionen und Zeitplan der Emission
Für die Kapitalmaßnahme gibt das Unternehmen bis zu 121.582.320 neue Anteilscheine aus. Der Bezugspreis wurde auf 20,56 Euro je Aktie festgesetzt. Bestehende Anteilseigner erhalten das Recht, für 59 gehaltene Papiere 10 neue Aktien zu beziehen.
Die Bezugsrechte werden an der Euronext Milan gehandelt. Dieser Handel läuft bis zum 20. Oktober, während die Ausübung der Bezugsrechte bis zum 26. Oktober möglich bleibt. Aktionäre, die sich gegen eine Teilnahme entscheiden, müssen mit einer rechnerischen Verwässerung ihrer Beteiligung um 14,49 Prozent rechnen.
Die Transaktion steht auf einem breiten Fundament. Investoren mit einem Anteil von rund 50,27 Prozent des Kapitals haben sich vorab unwiderruflich verpflichtet, ihre Rechte voll auszuüben. Ein Bankenkonsortium garantiert zudem die Zeichnung etwaiger nicht platzierter Aktien.
Finanzierung des MPS-Filialnetzes und BPER-Übernahme
Die frischen Mittel sind für den Zukauf von rund 635 Filialen der Banca Monte dei Paschi di Siena vorgesehen. Der Kaufpreis für diesen Geschäftsbereich wird auf 3,0 bis 3,5 Milliarden Euro taxiert. Der Schritt ist eng an das Übernahmeangebot von Intesa Sanpaolo für das Institut gekoppelt.
Unipol plant, das Filialpaket anschließend an die BPER Banca zu übertragen. Flankiert wird dieses Vorhaben durch die Freigabe der Aufsicht: Die Europäische Zentralbank und die Bankitalia genehmigten Unipol am Montag, die Beteiligung an BPER über die Marke von 20 Prozent auszubauen und faktisch die Kontrolle zu übernehmen.
Der Vollzug der gesamten Transaktion wird bis Ende 2027 erwartet. Bis zu diesem Zeitpunkt sollen die Nettoerlöse vorübergehend in hochliquiden Finanzinstrumenten angelegt werden. Sollte die Transaktion wider Erwarten nicht zustande kommen, sind die Mittel für andere strategische Initiativen vorgesehen.
Analysten sehen Chancen durch Konsolidierung
Die Experten von Intermonte bekräftigen für die Unipol-Aktie das Votum „Outperform“ mit einem Kursziel von 33 Euro. Barclays stuft den Titel unverändert mit „Overweight“ ein und nennt ein Kursziel von 32 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier einen Wertzuwachs von 24 Prozent.
Barclays verweist darauf, dass Unipol seine strategische Position über eine stärkere Verankerung bei BPER Banca weiter ausbauen kann. Sollte die Einbindung des Filialnetzes gelingen, sehen die Analysten für das Geschäftsjahr 2028 erhebliches Potenzial für steigende Gewinne je Aktie und höhere Ausschüttungen.
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