Wer Uniper vor einem Jahr beobachtet hat, erinnert sich noch an das erste Quartal 2025: minus 139 Mio Euro Adjusted EBITDA, minus 143 Mio Euro Adjusted Net Income, dazu eine Sonderzahlung von 2,551 Mrd Euro an die Bundesrepublik Deutschland, die den operativen Cashflow ins Minus riss. Das war kein schöner Anblick. Nun, zwölf Monate später, sieht die Welt für den Düsseldorfer Energiekonzern deutlich anders aus.
Die Zahlen sprechen für sich
Im ersten Quartal 2026 erzielte Uniper ein Adjusted EBITDA von 407 Mio Euro. Das Adjusted Net Income lag bei 231 Mio Euro. Beide Kennzahlen liegen nach Unternehmensangaben im Einklang mit den Erwartungen des Managements, was in diesem Fall keine Floskel ist, sondern tatsächlich bedeutet: kein böses Erwachen, keine Gewinnwarnung, kein Nacharbeiten.
Der operative Cashflow belief sich auf 1.588 Mio Euro, nach einem Abfluss von 1.092 Mio Euro im Vorjahreszeitraum. Bereinigt um den Wegfall der Rückzahlung an den Bund verbesserte sich der Cashflow gegenüber Q1 2025 noch um 128 Mio Euro. Nicht dramatisch, aber solide.
Greener Commodities zieht das Ergebnis hoch
Der entscheidende Treiber war das Segment Greener Commodities, das im Vorjahreszeitraum noch mit minus 492 Mio Euro tief in den roten Zahlen steckte. Nun steuerte es 66 Mio Euro bei. Der Grund: Mehrjährige Optimierungsaktivitäten aus der Vergangenheit hatten sich 2025 ein letztes Mal negativ ausgewirkt, dieser Effekt entfällt ab 2026. Das LNG-Geschäft lieferte zwar weiterhin einen positiven Beitrag, allerdings nicht mehr ganz so kräftig wie im Vorjahr.
Green Generation und Flexible Generation blieben derweil weitgehend stabil, beide Segmente lagen auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Das schwedische Kernkraftwerk Oskarshamn 3 war nach einer ungeplanten Abschaltung Ende Februar bis Ende März vom Netz, was die Erzeugungsmengen drückte. Höhere Strompreise in Skandinavien kompensierten das teilweise.
Uniper SE Aktie Chart
Nettocashposition auf 4,4 Mrd Euro
Die wirtschaftliche Nettocashposition erhöhte sich zum 31. März 2026 auf 4,394 Mrd Euro, nach 2,823 Mrd Euro zum Jahresende 2025. Wesentlicher Treiber war der starke operative Cashflow. Vor der Zahlung der für Mai 2026 vorgeschlagenen Dividende von 300 Mio Euro, die noch der Zustimmung der Hauptversammlung am 20. Mai bedarf.
Prognose bleibt, Ausblick leicht aufgehellt
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigt Uniper die Prognose: Adjusted EBITDA zwischen 1.000 und 1.300 Mio Euro, Adjusted Net Income zwischen 350 und 600 Mio Euro. Beim Segment Flexible Generation hat das Management die Erwartung von „auf Vorjahresniveau“ auf „leicht über Vorjahresniveau“ angehoben. Kein Paukenschlag, aber immerhin.
Die geopolitischen Risiken, allen voran der Konflikt im Nahen Osten, haben Uniper nach eigenen Angaben bislang kaum direkt getroffen. Das Unternehmen bezieht kein LNG aus der betroffenen Region. Zum Ende des ersten Quartals lagen die Gasspeicherfüllstände allerdings auf einem relativ niedrigen Niveau, was die Sensitivität für eventuelle Lieferunterbrechungen erhöht. Uniper sieht sich dank seines diversifizierten Beschaffungsportfolios gut aufgestellt. Das mag stimmen. Ob es reicht, wenn es wirklich eng wird, ist eine andere Frage.
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