Uniper-Aktie: Dunkelflauten sind ihr bestes Argument!

Uniper belegt mit einer Studie die Häufigkeit langer Dunkelflauten und unterstreicht den Bedarf an wetterunabhängigen Kraftwerken.

Auf einen Blick:
  • Uniper-Studie: 1.435 Dunkelflauten über 10 Stunden im Zeitraum 2016 bis 2025
  • Im Schnitt häufiger als alle drei Tage, mittlere Dauer 12,9 Stunden
  • 2023 gab es eine fast einwöchige Dunkelflaute mit 161 Stunden
  • CEO Lewis: Kraftwerke unabhängig vom Wetter bleiben unverzichtbar

Manchmal ist die beste Werbung für ein Unternehmen eine nüchterne Datenreihe. Uniper hat jetzt genau so eine veröffentlicht, und wer sie liest, versteht sofort, warum der Konzern gerade so selbstbewusst auftritt.

1.435 Mal in zehn Jahren

Die Kurzstudie, die Uniper am Montag in Düsseldorf vorlegte, analysiert Wind- und Solarstromerzeugung in Deutschland von 2016 bis 2025. Das Ergebnis ist eindeutig: 1.435 Dunkelflauten mit einer Dauer von mehr als zehn Stunden. Das entspricht im Schnitt mehr als einer alle drei Tage. Die mittlere Dauer lag bei 12,9 Stunden. Eine Dunkelflaute, die einen vollen Tag anhält, tritt nahezu monatlich auf. Dreitägige Ereignisse kommen etwa zweimal pro Jahr vor.

Und dann ist da noch 2023. Eine fast einwöchige Dunkelflaute mit 161 Stunden, in der Wind und Sonne gemeinsam weniger als zehn Prozent ihrer installierten Leistung lieferten. Kein Batteriespeicher der Welt überbrückt das.

47 Prozent wetterabhängig, Tendenz steigend

Uniper definiert eine Dunkelflaute als Zeitraum, in dem Wind- und Solar gemeinsam unter zehn Prozent ihrer Nennleistung fallen, geglättet über einen gleitenden Sechs-Stunden-Durchschnitt. Der Ansatz blendet kurzfristige Erzeugungsspitzen bewusst aus. Denn 2025 stammten rund 47 Prozent der öffentlichen Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen. Je höher dieser Anteil, desto größer das Problem in Phasen ohne Wind und Sonne.

Leitender Meteorologe Christian Brose bringt es auf den Punkt: Kurzfristige Produktionsspitzen könnten den Eindruck von Entspannung erzeugen, im gleitenden Durchschnitt bleibe die Versorgungslage häufig kritisch.

Lewis sagt, was viele nicht hören wollen

CEO Michael Lewis formuliert das energiepolitische Fazit ohne Umschweife: Versorgungssicherheit brauche Systemrealismus, kein Wunschdenken. Erneuerbare, Batterien und gesicherte Kraftwerkskapazitäten ersetzten sich nicht, sie ergänzten sich. Und Kraftwerke, die unabhängig vom Wetter flexibel Strom liefern, blieben auch künftig notwendig.

Für Uniper ist das natürlich kein neutrales Forschungsinteresse. Mit 18,5 Gigawatt Erzeugungskapazität und der Rolle als einer der größten Gasspeicherbetreiber Deutschlands ist der Konzern genau das, was die eigene Studie als unverzichtbar bezeichnet. Die Daten sprechen für Uniper, und Uniper lässt die Daten sprechen. Geschickt.

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