Im Sog einer breiten Sektor-Rallye hat die Aktie von Unimicron Technology am Freitag kräftig zugelegt. Das Papier des taiwanesischen Herstellers stieg um 11% auf einen Schlusskurs von 1.305,00 TWD.
Auslöser für die Kursgewinne waren allerdings keine unternehmenseigenen Nachrichten des Handelstages, sondern eine spürbare Belebung des gesamten Halbleiter- und Elektronikumfelds. Medienberichten und Angaben von Reuters-Partner CNA zufolge trieben Kursgewinne an den US-Technologiemärkten sowie eine hohe Nachfrage nach Elektronikwerten die Notierungen an.
Besonders gefragt waren Anbieter von Leiterplatten sowie Trägerplatten auf Basis von ABF-Substraten. Neben Unimicron verzeichneten auch Branchenunternehmen wie Zhen Ding-KY, Kinsus und Nan Ya PCB deutliche Kursaufschläge.
Marktbeobachter verweisen in diesem Zusammenhang auf den anhaltenden Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz, Anwendungen im Hochleistungsrechnen sowie die zunehmende Nutzung optischer Kommunikation. Diese Entwicklungen sorgen bei hochentwickelten Trägerplatten branchenweit für eine höhere Kapazitätsauslastung, anziehende Auftragsbestände und ein verbessertes Preisumfeld.
Milliardenschwerer Zukauf in Hukou
Unabhängig von der branchenweiten Kursbewegung hatte Unimicron am Donnerstag eine weitreichende unternehmerische Entscheidung publiziert. Das Unternehmen vereinbarte den Erwerb von Liegenschaften der Taiwan Bridgestone im taiwanischen Hukou. Für die Grundstücke und Bestandsbauten bezahlt Unimicron eine Gesamtsumme von NT$10,08888 Milliarden.
Das erworbene Industrieareal umfasst eine Fläche von 63.048 Quadratmetern. Um den Standort an die spezifischen Erfordernisse der modernen Halbleiterfertigung anzupassen, beabsichtigt Unimicron, die bestehenden Gebäude vollständig abzureißen und durch Neubauten zu ersetzen.
Langfristiger Kapazitätsausbau bis 2030
Mit der Großinvestition reagiert das Management auf den wachsenden Bedarf der Kunden an technisch anspruchsvolleren Substraten. Medienberichten zufolge dient der Standort Hukou der langfristigen Kapazitätsplanung, um künftige Engpässe bei Trägerplatten für KI-Anwendungen abzufedern.
Der Zeitplan für die neue Fertigungsstätte ist langfristig ausgelegt. Die Errichtung der neuen Gebäude ist Medienberichten zufolge für das Jahr 2029 vorgesehen. Ein erster messbarer Beitrag zur laufenden Produktion hochentwickelter Substrate wird ab dem Jahr 2030 erwartet.
Notierung auf neuem Höchststand
Durch den Kurssprung am Freitag markierte die Aktie von Unimicron zeitgleich ihr 52-Wochen-Hoch von 1.305,00 TWD. Angesichts knapper Kapazitäten in der Fertigung hochentwickelter Trägerplatten honorieren Anleger derzeit vor allem jene Zulieferer, die über eine feste Verankerung in der globalen Lieferkette für Hochleistungs- und KI-Server verfügen.
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