Es war das Jahr 2000, als Unilever für 25 Milliarden Dollar Best Foods kaufte und damit Hellmann’s und Knorr ins Portfolio holte. Warren Ackerman von Barclays war damals schon dabei. Jetzt, gut 25 Jahre später, sitzt er wieder mit einem Unilever-Chef zusammen, und die Richtung ist die exakt entgegengesetzte. Raus aus Food. Vollständig.
CEO Fernando Fernandez hat in einem Gespräch mit Ackerman die strategische Trennung vom Foods-Geschäft skizziert. Die Magnum-Abspaltung ist demnach bereits abgeschlossen. Der McCormick-Food-Deal liegt auf dem Tisch. Und Fernandez macht keinen Hehl daraus, wohin die Reise geht: Unilever soll ein reiner HPC-Konzern werden, also Home and Personal Care.
Warum ausgerechnet jetzt?
Ackerman fragte direkt, was er den „Elefanten im Raum“ nannte: Warum jetzt, mitten in geopolitischer Volatilität, mitten in einem Umfeld, das Großtransaktionen eigentlich nicht gerade begünstigt? Fernandez antwortete, dass sich in den vergangenen zwölf Monaten vieles verändert habe. Was genau, lässt er offen. Aber die Entscheidung steht, das ist klar.
Man kann darüber streiten, ob der Zeitpunkt ideal ist. Wohl nicht. Aber Fernandez scheint der Typ zu sein, der nicht auf den perfekten Moment wartet, sondern einen Moment zum perfekten erklärt.
Unilever PLC Aktie Chart
HPC als Zukunft
Die Logik hinter dem Umbau ist nachvollziehbar. HPC-Geschäfte laufen tendenziell mit höheren Margen, sind weniger rohstoffabhängig als Lebensmittel und lassen sich global skalierbarer führen. Unilever hat in diesem Bereich starke Marken, Dove, Rexona, Domestos. Foods hingegen ist ein hartes, margenschwaches Geschäft mit viel Wettbewerb und wenig Preissetzungsmacht.
Dass ausgerechnet Knorr und Hellmann’s jetzt den Konzern verlassen sollen, also jene Marken, für die Unilever einst so tief in die Tasche gegriffen hat, ist schon eine gewisse Ironie. 25 Milliarden rein, jetzt raus. Wie viel dabei herauskommt, wird sich zeigen.
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