Das Food-Geschäft steht faktisch zum Verkauf beziehungsweise vor einer Auslagerung. Die Gespräche mit McCormick & Company sind dabei nicht irgendeine Option, sondern ein konkretes Szenario. Dass Unilever-Aktionäre im möglichen Joint Venture die Mehrheit behalten sollen, ist ein entscheidender Punkt, das deutet eher auf eine Abspaltung mit Wertfreisetzung hin als auf einen klassischen Verkauf.
Wichtig ist auch der Kontext. Die Gespräche mit Kraft Heinz sind zwar gescheitert, zeigen aber, wie ernst es Unilever ist. Das Unternehmen testet aktiv verschiedene Strukturen, um das Food-Geschäft zu lösen. Das ist kein „wir schauen mal“, sondern ein laufender Prozess mit mehreren Optionen. Unilever will sich strategisch neu aufstellen, weg vom breit diversifizierten Konsumgüterkonzern hin zu einem fokussierten Player in den Bereichen Beauty, Personal Care und Health. Das Food-Segment passt immer weniger in dieses Bild, vor allem weil Margen und Wachstum dort strukturell schwächer sind.
Unilever Aktie Chart
Kurs nähert sich den letzten Tiefpunkten
Die Unilever-Aktie befindet sich in letzter Zeit unter starkem Abwärtsdruck. Am 17. März kam es zu einer extrem volatilen Bewegung, bei der die Aktie zeitweise über 12 Prozent nach unten und anschließend am selben Tag wieder deutlich nach oben lief. Aktuell befindet sich die Aktie auf dem Weg zu den Tiefs vom 17. März bei rund 49,60 Euro.
Sollte die Aktie es zuvor nicht schaffen, wieder nach oben zu drehen und Stärke aufzubauen, dürften spätestens an diesem Bereich erneut Käufer in den Markt kommen. Bleibt diese Reaktion jedoch aus, könnte sich die Korrektur weiter fortsetzen und steigende Kurse müssten zunächst warten. Kommt es hingegen an den Tiefs zu einer Reaktion, könnte sich daraus eine mögliche Chance ergeben.
Ihr Konrad
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