Die Aktie von Unilever notierte am Donnerstag 1,35 Prozent im Minus, nachdem bekannt wurde, dass der Konzern Gespräche über eine weitreichende Umstrukturierung führt. Laut einem Bericht des Wall Street Journal verhandelt der britische Konsumgüterriese über die Abspaltung seiner Lebensmittelsparte und deren Zusammenführung mit dem US-amerikanischen Gewürzhersteller McCormick. Ein reiner Aktientausch könnte bereits in wenigen Wochen vollzogen werden, sofern die Verhandlungen nicht scheitern.
Die geplante Transaktion würde Unilever erlauben, sich künftig auf die Bereiche Beauty, Körperpflege und Haushalt zu konzentrieren. Das Lebensmittelgeschäft des Konzerns umfasst bekannte Marken wie Knorr-Brühen und Hellmann’s Mayonnaise und dürfte einen Wert im zweistelligen Milliardenbereich haben. Unilever selbst bringt eine Marktkapitalisierung von rund 140 Milliarden Dollar auf die Waage, während McCormick mit etwa 14,8 Milliarden Dollar bewertet wird.
Fortsetzung einer Branchenbewegung im Konsumgütersektor
Die mögliche Transaktion reiht sich in einen größeren Trend ein. Konsumgüterkonzerne gehörten zu den letzten verbliebenen Konglomeraten mit breiter Aufstellung, doch in den vergangenen Jahren haben viele Unternehmen ihre Strukturen verschlankt. Unilever selbst hatte bereits im vergangenen Jahr seine Eissparte abgespalten, die nun als Magnum Ice Cream mit einer Marktkapitalisierung von rund acht Milliarden Dollar eigenständig am Markt agiert.
CEO Fernando Fernandez hatte im Dezember betont, dass der Fokus auf Beauty und Körperpflege liege. Große transformative Übernahmen schloss er damals aus und sprach stattdessen von kleineren Zukäufen in diesem Bereich. Die aktuellen Gespräche deuten darauf hin, dass Unilever diese Strategie nun konsequent umsetzt.
Unilever PLC Aktie Chart
Nelson Peltz als treibende Kraft hinter dem Umbau
Hinter der Neuausrichtung dürfte auch der aktivistische Investor Nelson Peltz stehen, der seit 2022 im Aufsichtsrat von Unilever sitzt. Sein Hedgefonds Trian Fund Management hatte damals eine bedeutende Beteiligung aufgebaut. Peltz hat eine lange Geschichte bei der Umstrukturierung von Konglomeraten: Er orchestrierte die Fusion und spätere Trennung der Chemiegiganten Dow und DuPont und half beim Umbau von General Electric. Bei PepsiCo scheiterte er allerdings mit dem Versuch, das Getränke- vom Lebensmittelgeschäft zu trennen.
McCormick, bekannt für seine rot verschlossenen Gewürzflaschen und Marken wie French’s Senf oder Cholula Hot Sauce, wird am 31. März seine Quartalszahlen vorlegen. Wie sich die Kombination zweier so unterschiedlich großer Unternehmen in der Praxis gestalten lässt, bleibt abzuwarten. Anleger dürften vor allem auf die Details der Transaktion achten, sobald diese bekannt werden.
Unilever-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Unilever-Analyse vom 20. März liefert die Antwort:
Die neusten Unilever-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Unilever-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 20. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
