Andrea Orcel gibt nicht auf. Der UniCredit-Chef hat Gespräche mit der italienischen Holding Delfin über den Kauf deren 17-prozentigen Anteils an Monte dei Paschi di Siena geführt. Das bestätigen drei mit der Angelegenheit vertraute Personen gegenüber Reuters. Der Anteil hat einen Wert von rund 4,6 Mrd. Euro.
Nach dem gescheiterten Versuch, Banco BPM zu übernehmen, könnte ein Investment in MPS UniCredit zurück ins Spiel der italienischen Bankenkonsolidierung bringen. Die Regierung in Rom hatte die BPM-Übernahme faktisch blockiert. Orcel macht dafür Italien verantwortlich und sucht nun offensichtlich nach Alternativen.
Interessant wird es bei den Details. UniCredit hat auch eine Direktinvestition in Delfin selbst erwogen. Die Holding der Del-Vecchio-Familie lehnte eine Stellungnahme ab. Doch das ist noch nicht alles, was Orcel im Visier hat.
Auch Generali im Fokus von UniCredit
UniCredit interessiert sich auch für Delfins 10,5-prozentige Beteiligung an Generali, Italiens größtem Versicherer. UniCredit hatte im vergangenen Jahr bereits knapp 7 Prozent an Generali aufgebaut, diese Position später aber auf 2 Prozent reduziert. Orcel erklärte, UniCredit beobachte die Entwicklungen bei Generali.
Das Ergebnis der Gespräche zwischen Orcel und Delfin-Chairman Francesco Milleri ist noch unklar. Die beiden stehen aus mehreren Gründen in regelmäßigem Kontakt. Orcel sitzt im Vorstand der Fondazione Leonardo Del Vecchio, und Delfin ist Aktionär bei UniCredit.
UniCredit verfügt nach den Beteiligungen an Commerzbank mit 26 Prozent und Alpha Bank mit 29,8 Prozent weiterhin über Kapital oberhalb der angestrebten Schwellenwerte. Orcels M&A-Bemühungen stoßen allerdings sowohl in Rom als auch in Berlin auf Widerstand. Die italienische Regierung plant weiterhin, MPS mit BPM zu fusionieren. Italien hält nach einer Rettung 2017 noch 4,9 Prozent an MPS. Ob Orcel diesen Plan durchkreuzen kann, bleibt abzuwarten.
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