UniCredit macht Ernst mit der Optimierung ihrer Kapitalstruktur. Die Mailänder Bank plant gleich zwei größere Significant Risk Transfer-Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von rund 5 Milliarden Euro. Das ist keine Kleinigkeit und zeigt, wie aggressiv das Institut seine Bilanz aufräumt.
Die größere der beiden Transaktionen dreht sich um ein Portfolio von etwa 3,5 Milliarden Euro an Unternehmenskrediten. Daneben steht ein kleinerer Deal über ungefähr 1,5 Milliarden Euro italienischer Verbraucherkredite auf dem Programm. Beide Geschäfte könnten bereits im ersten Quartal über die Bühne gehen, auch wenn die Planungen noch in einem frühen Stadium sind.
Das ARTS-Programm läuft auf Hochtouren
Die SRT-Deals sind Teil des sogenannten ARTS-Programms von UniCredit. Dahinter steckt eine klare Strategie. Banken nutzen solche Transaktionen, um sich gegen Kreditausfälle abzusichern, typischerweise für 5 bis 15 Prozent des Kreditvolumens. Das Schöne daran ist, dass die Solvenzquote steigt und damit Kapital für profitablere Geschäfte frei wird.
UniCredit hat diese Instrumente zuletzt verstärkt eingesetzt, zuletzt im November für die österreichische Tochter. Das passt ins Bild einer Bank, die gleichzeitig ihre Beteiligung an der griechischen Alpha Bank auf rund 30 Prozent erhöht hat und mit etwa 26 Prozent größter Aktionär der Commerzbank bleibt.
Der SRT-Markt selbst boomt regelrecht. Experten von Man Group rechnen damit, dass sich das Volumen in den nächsten fünf Jahren verdoppeln wird. Für UniCredit bedeutet das mehr Flexibilität bei der Kreditvergabe. Anleger sollten diese strategische Neuausrichtung im Auge behalten, denn sie könnte mittelfristig die Profitabilität deutlich verbessern.
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