Die Italiener machen Tempo. UniCredit hat heute die Gewinnprognose für das laufende Jahr auf 11 Milliarden Euro angehoben. Das ist bemerkenswert, denn diese Marke sollte ursprünglich erst 2027 erreicht werden. Die Aktie reagierte prompt und legte um 5,3 % zu.
Das vierte Quartal 2025 brachte einen Nettogewinn von 2,17 Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt nur mit 1,96 Milliarden Euro gerechnet. Steuergutschriften aus Altverlusten in Höhe von 336 Millionen Euro halfen dabei kräftig mit. Aber auch das operative Geschäft läuft offenbar rund.
CEO Andrea Orcel verfolgt eine klare Strategie. Mit überschüssigen Liquiditätsreserven hat UniCredit strategische Beteiligungen an der deutschen Commerzbank und der griechischen Alpha Bank aufgebaut. Vollständige Übernahmen blieben bisher aus, aber die Investitionen zahlen sich aus.
Die Ambitionen steigen weiter
Für die kommenden Jahre zeigt sich UniCredit noch ehrgeiziger. Bis 2028 soll der Gewinn auf 13 Milliarden Euro klettern. Das entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 7 % zwischen 2026 und 2028. Die Bank nennt dieses Wachstum selbst außergewöhnlich.
Die Märkte honorieren diese Aussichten. Der italienische Leitindex legte am stärksten unter den europäischen Börsen zu, und der Bankensektor profitierte ebenfalls mit einem Plus von 1,3 %. UniCredit zeigt damit, dass europäische Banken durchaus in der Lage sind, ambitionierte Ziele nicht nur zu setzen, sondern auch zu erreichen.
Anleger dürfen gespannt bleiben, ob Orcel seine Dealmaker-Qualitäten weiter unter Beweis stellt. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob aus den strategischen Beteiligungen noch mehr wird. Die Richtung stimmt jedenfalls.
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