Andrea Orcel hat offenbar noch nicht genug. Nach dem Einstieg bei der Commerzbank richtet der UniCredit-Chef seinen Blick nun wieder verstärkt auf den italienischen Heimatmarkt.
Fokus auf die Vermögensverwaltung
Die Bank prüft derzeit einen massiven Ausbau ihres Geschäfts in Italien. Im Zentrum der Spekulationen steht die FinecoBank mit einem Marktwert von rund 14 Milliarden Euro. UniCredit verkaufte seine Anteile dort im Jahr 2019 für 2,1 Milliarden Euro.
Heute wäre dieses Paket über 4,8 Milliarden Euro wert. Ein Rückkauf würde die Abhängigkeit von externen Partnern wie Amundi senken. Stattdessen könnte Orcel die bankeigene Plattform „Onemarkets“ massiv stärken.
Starke Bilanz für Zukäufe
UniCredit hält trotz der Expansion in Deutschland an einer stabilen Bilanz fest. Die harte Kernkapitalquote liegt nach den Commerzbank-Transaktionen bei 12,5 Prozent. Damit übertrifft das Institut die Mindestanforderungen der EZB von 10,2 Prozent deutlich.
Dieser Puffer ermöglicht Andrea Orcel weitere strategische Manöver. Während die Fusion in Deutschland auf politischen Widerstand stößt, bietet Italien schnellere Wachstumschancen. Fineco-Aktien reagierten am Montag bereits mit Kursgewinnen von zwei Prozent.
Klage gegen Linde eingereicht
Parallel zur Expansionsstrategie kämpft die Bank um verlorenes Kapital. UniCredit fordert rund 460 Millionen Euro vom Industriekonzern Linde zurück. Ein Münchner Gericht prüft den Fall in einer ersten Phase.
Hintergrund ist ein gestopptes Gasprojekt in Russland. Dort wurden Vermögenswerte europäischer Banken durch lokale Gerichte beschlagnahmt. Neben UniCredit klagen auch die Deutsche Bank und die Commerzbank auf Entschädigung.
An der Börse notiert das Papier derzeit bei 82,70 Euro. Damit bewegt sich der Kurs nahe seinem Jahreshöchststand. Seit Beginn des Jahres verbuchten Anleger ein Plus von gut 15 Prozent.
Die Bank kommt aktuell auf einen Marktwert von 124 Milliarden Euro. Marktbeobachter warten nun auf konkrete Schritte bei den italienischen Übernahmezielen.
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