Unicredit Aktie: 35-Milliarden-Angebot läuft aus

UniCredit treibt die Commerzbank-Übernahme voran, während Berlin und die Justiz Widerstand leisten. Die erste Annahmefrist endete.

Auf einen Blick:
  • Erste Annahmefrist für Milliardenangebot abgelaufen
  • Bundesregierung lehnt Übernahmevorstoß offiziell ab
  • Staatsanwaltschaft prüft mögliche Marktmanipulation
  • UniCredit kontrolliert über 41 Prozent der Anteile

UniCredit treibt die Übernahme der Commerzbank trotz massiven Widerstands voran. Heute endete die erste Annahmefrist für das 35 Milliarden Euro schwere Angebot. Während die Mailänder Großbank ihre Position ausbaut, formiert sich in Berlin und Frankfurt eine Front gegen den Deal.

Berlin blockiert den Vorstoß

Die Bundesregierung lehnt den Vorstoß offiziell ab. Berlin hält noch immer rund 12 Prozent der Commerzbank-Anteile. Die Verantwortlichen kritisieren das Vorgehen als zu aggressiv. Hinzu kommt ein aus Regierungssicht zu geringer Aufschlag auf den Aktienkurs.

Indes gerät UniCredit ins Visier der Justiz. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt prüft den Verdacht auf Marktmanipulation. Commerzbank-Manager hatten zuvor Zweifel an den Mitteilungen zur Aktienanhäufung geäußert. Diese Meldungen gingen ursprünglich an die Finanzaufsicht BaFin.

Machtkampf um die Anteile

UniCredit kontrolliert mittlerweile über 41 Prozent der Commerzbank-Aktien. Dieser Wert setzt sich aus Direktbeteiligungen, angedienten Papieren und Derivaten zusammen. Allein die direkten Anteile belaufen sich auf knapp 27 Prozent.

An der Börse reagierten Anleger positiv auf die Entschlossenheit der Italiener. Die UniCredit-Aktie stieg um 3,57 Prozent auf 77,17 Euro. Damit notiert das Papier deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt von 67,93 Euro.

Die Commerzbank-Aktie handelt derweil unter dem Gebot von 37,33 Euro. Marktteilnehmer preisen die politische Unsicherheit ein. Ende Juni startet eine zweite Annahmefrist für die restlichen Aktionäre.

Die Entscheidung rückt nun näher. Bis Anfang Juli läuft die verlängerte Frist für die Commerzbank-Anleger. Parallel müssen die Behörden in Frankfurt über die Rechtmäßigkeit der bisherigen Käufe entscheiden.

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