Under Armour-Aktie: Kundendaten landen im Darknet!

Nach einem Ransomware-Angriff sind über 70 Millionen Datensätze des Sportartikelherstellers im Darknet aufgetaucht, was gezielte Phishing-Attacken ermöglicht und das Kundenvertrauen gefährdet.

Auf einen Blick:
  • 72,7 Millionen Datensätze im Darknet veröffentlicht
  • Daten umfassen persönliche Informationen und Kaufhistorie
  • Unternehmen ließ Lösegeldfrist verstreichen
  • Potenzial für gezielte Phishing-Kampagnen

Im vergangenen November behaupteten Cyberkriminelle der Gruppe „Everest“, bei Under Armour eingedrungen und Datensätze von Millionen Kunden entwendet zu haben. Verbunden war dies mit der Aufforderung einer Lösegeldzahlung innerhalb von sieben Tagen. Offenbar ließ das Unternehmen diese Frist verstreichen.

Denn kürzlich nahm die Webseite Have-I-Been-Pwned (HIBP) 72,7 Millionen Datensätze von Under Armour in ihre Datenbank auf, wie „heise.de“ berichtet. Das Portal ermöglicht es Nutzern, zu überprüfen, ob die eigenen Daten möglicherweise kompromittiert wurden. Begründet wurde die Maßnahme damit, dass im Januar Kundendaten von Under Armoud im Darknet aufgetaucht seien.

Betrügern wird Tür und Tor geöffnet

Berichten zufolge soll der Datensatz wohl 343 Gigabyte groß sein und neben E-Mail-Adressen zum Teil auch persönliche Informationen wie Namen, Geschlecht und Kaufhistorie umfassen. Solche Informationen ermöglichen Angreifern maßgeschneiderte und damit gezielte Phishing-Attacken. Ob solche bereits laufen, ist nicht überliefert. Under Armour kämpft aber mit einem nicht zu unterschätzenden Vertrauensverlust.

Das Unternehmen äußerte sich zu den jüngsten Berichten bislang nicht. Konzerne sind bei Ransomware-Angriffen stets in einer sehr unschönen Ausgangslage. Lassen sie sich auf Zahlungen ein, legitimieren sie die kriminellen Machenschaften der Angreife. Bleiben Zahlungen aus, geraten sensible Informationen schnell in die falschen Hände. Im besten Fall kommen Datendiebstähle daher gar nicht erst vor, doch letztlich ist kein IT-System zu 100 Prozent sicher.

Kein Grund zur Panik?

Under Armour Aktie Chart

An der Börse konnte Under Armour zuletzt mit erfreulichen Zahlen punkten, was den Aktienkurs im Januar um über 25 Prozent in die Höhe beförderte. Der nun vorliegende Datendiebstahl muss noch kein Todesurteil für den positiven Trend beim Aktienkurs bedeuten. Ob sich das Ganze an der Börse bemerkbar macht, wird aber davon abhängen, wie das Unternehmen mit der Angelegenheit weiter umgehen mag. Anleger behalten die Angelegenheit im Auge.

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