Die Aktie von Ulta Beauty geriet am Freitag im frühen US-Handel unter Druck und verlor zeitweise bis über 10 Prozent. Auslöser war eine Quartalsbilanz, die zwar bei den Umsätzen überzeugte, bei der Profitabilität jedoch enttäuschte.
Das Unternehmen erzielte im vierten Quartal einen Gewinn von 8,01 Dollar je Aktie, zwei Cent unter den Erwartungen der Wall Street und niedriger als die 8,46 Dollar im Vorjahresquartal. Die Nettoumsätze stiegen dank der Beauty Unleashed-Strategie und der Übernahme von Space NK um 11,8 Prozent auf 3,9 Milliarden Dollar und übertrafen damit die Schätzungen von 3,82 Milliarden Dollar. Die vergleichbaren Verkäufe legten um 5,8 Prozent zu, deutlich mehr als die erwarteten 4,25 Prozent und ein klarer Kontrast zu den mageren 1,5 Prozent im Vorjahresquartal.
Kostendruck belastet die Margen spürbar
Die Bruttogewinnmarge als Anteil am Umsatz schrumpfte um 10 Basispunkte auf 38,1 Prozent. Noch deutlicher fiel der Rückgang beim operativen Ergebnis aus, das als Prozentsatz des Nettoumsatzes um 260 Basispunkte auf 12,2 Prozent sank. Haupttreiber waren die Vertriebs-, Verwaltungs- und allgemeinen Kosten, die um 23 Prozent auf 1 Milliarde Dollar kletterten.
Analysten führen etwa die Hälfte dieses Anstiegs auf höhere Bonuszahlungen und gestiegene Marketingausgaben zurück, die das starke Umsatzwachstum im vierten Quartal befeuerten. Sydney Wagner von Jefferies erwartet, dass die SG&A-Kosten in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2026 erhöht bleiben werden, „mit einer besseren Ausgangslage in der zweiten Jahreshälfte, wenn die hohen Investitionen aus dem zweiten Halbjahr 2025 auslaufen“.
Ulta Beauty Aktie Chart
Ausblick enttäuscht trotz soliden Wachstums
Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet Ulta Beauty mit einem Umsatzanstieg von 6 bis 7 Prozent, was einer Spanne von 13,14 bis 13,27 Milliarden Dollar entspricht und leicht über den Erwartungen von 13,13 Milliarden Dollar liegt. Die vergleichbaren Verkäufe sollen um 2,5 bis 3,5 Prozent zulegen, der Mittelwert von 3 Prozent liegt jedoch unter der Konsensschätzung von 3,47 Prozent. Beim Gewinn je Aktie erwartet das Management 28,05 bis 28,55 Dollar, auch hier liegt der Mittelwert von 28,30 Dollar unter den Analystenschätzungen von 28,58 Dollar.
Christopher Horvers von J.P. Morgan hält die Prognosen für „konservativ“ und die angenommene Verlangsamung des Branchenwachstums um 150 Basispunkte für „umsichtig“. Er empfiehlt Anlegern, den Kursrückgang zum Einstieg zu nutzen, und erwartet für 2026 einen Gewinn je Aktie von 29,10 Dollar. Auch Rupesh Parikh von Oppenheimer sieht Kaufgelegenheiten: „Die Aktie war perfekt bewertet, daher erscheint die anfängliche Neubewertung nach unten sinnvoll.“
Mindestens sieben Analysehäuser senkten nach den Zahlen ihre Kursziele. Analysten von Bernstein kommentierten, die Aktie sei bereits „sehr überdehnt“ gewesen, sodass der Rückgang eher wie eine technische Korrektur wirke. Wie Anleger die Balance zwischen soliden Fundamentaldaten und kurzfristigem Kostendruck bewerten werden, dürfte die kommenden Wochen prägen.
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