Ubtech: 11.000 Vorbestellungen, Aktie fällt 33 Prozent

Ubtech Robotics verzeichnet über 11.000 Vorbestellungen für neue humanoide Roboter, doch die Aktie leidet unter hoher Bewertung und anhaltenden Verlusten.

Auf einen Blick:
  • 11.000 Vorbestellungen für neue U1-Serie
  • Aktie verliert seit Jahresbeginn über 33 Prozent
  • Umsatz steigt um 53 Prozent auf 2 Milliarden Yuan
  • Kurs-Umsatz-Verhältnis deutlich über Branchenschnitt

Über 11.000 Vorbestellungen in wenigen Tagen für einen humanoiden Roboter. Das klingt nach einem Durchbruch. Für die Aktie von Ubtech Robotics reicht der Erfolg trotzdem nicht, um den Abwärtstrend zu stoppen.

Das Papier notiert aktuell bei 9,70 Euro und legt am Mittwoch um 2,26 Prozent zu. Der Blick auf die längere Frist zeigt aber ein anderes Bild: Auf Monatssicht steht ein Minus von 22,55 Prozent, seit Jahresbeginn hat die Aktie 33,10 Prozent verloren. Vom 52-Wochen-Hoch bei 17,00 Euro aus Mitte Januar trennen das Papier inzwischen fast 43 Prozent.

Neue Robotergeneration soll Massenmarkt erschließen

Auf seiner Global Launch Event 2026 in Shenzhen hat Ubtech die neue UWORLD U1-Serie vorgestellt. Die humanoiden Roboter sind für die Massenproduktion konzipiert und richten sich an gewerbliche Kunden. Zusätzlich bringt das Unternehmen eine neue Linie von Begleitrobotern auf den Markt.

Die Preisspanne der U1-Modelle reicht von 119.800 bis 990.000 Yuan, umgerechnet knapp 16.500 bis rund 146.000 Dollar. Kurz nach der Vorstellung meldete Ubtech mehr als 11.000 Vorbestellungen. Von den für 2026 geplanten 20.000 Einheiten Produktionskapazität entfielen Anfang Juli bereits rund 15.000 auf die bionischen Modelle. Die Auslieferung der neuen Roboter soll im September beginnen.

Am 13. Juli kam ein weiterer Baustein hinzu: die Aufnahme in den HKEX Tech 100 Index. Für ein Unternehmen, das um Investorenvertrauen kämpft, ist das ein sichtbares Signal — auch wenn es an der grundsätzlichen Bewertungsfrage nichts ändert.

Verluste schrumpfen, Umsatz wächst deutlich

Die Zahlen zeigen eine Firma auf dem Weg der Besserung, aber noch tief in den roten Zahlen. Der Verlust lag im vergangenen Jahr bei 790 Millionen Yuan, nach 1,16 Milliarden Yuan im Jahr 2024. Eine aktuelle Analyse beziffert die fortlaufenden Verluste sogar auf 703,191 Millionen Yuan.

Der Umsatz kletterte im gleichen Zeitraum um 53 Prozent auf 2 Milliarden Yuan, von zuvor 1,31 Milliarden Yuan. Das operative Geschäft wächst also spürbar schneller als der Verlust sinkt.

Trotzdem bleibt die Bewertung ein Streitpunkt. Simply Wall St bezeichnet das Kurs-Umsatz-Verhältnis von Ubtech mit 18,2 als teuer. Zum Vergleich: Der Branchendurchschnitt liegt bei 1,1, vergleichbare Maschinenbau-Werte kommen im Schnitt auf 10,8. Als fairer Wert für Ubtech werden 7,4 genannt — deutlich unter dem aktuellen Niveau.

Hinzu kommt ein strukturelles Risiko: Der Großteil der Umsätze stammt aus Festlandchina. Das macht das Unternehmen anfällig für regulatorische Eingriffe oder einen Nachfrageeinbruch im Heimatmarkt.

Charttechnik zeigt gemischtes Bild

Der RSI von 40,8 signalisiert weder überkaufte noch überverkaufte Zustände. Die Aktie notiert derzeit 17,08 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 11,70 Euro und 8,85 Prozent über ihrem jüngsten Jahrestief von 8,91 Euro, das erst am 13. Juli markiert wurde.

Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 85,10 Prozent verrät, wie nervös der Markt das Papier aktuell handelt. Mit einer Marktkapitalisierung von umgerechnet 4,76 Milliarden Euro bleibt Ubtech ein Wert, bei dem operative Fortschritte und Bewertungssorgen hart aufeinanderprallen.

Die im September startenden Auslieferungen der U1-Serie dürften zeigen, ob sich die Vorbestellungen tatsächlich in Umsatz übersetzen lassen.

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