UBS hat binnen weniger Tage gleich zwei Positionen deutlich zurückgefahren. Bei dem deutschen Chemiekonzern Lanxess meldete die Schweizer Großbank eine Verringerung ihrer Gesamtzahl an Stimmrechten auf 6,22 Prozent, nachdem sie zuvor bei 6,87 Prozent gelegen hatte. Der direkt gehaltene Aktienanteil beträgt nach der Mitteilung 4,4 Prozent. Die Schwelle wurde laut der Pflichtmitteilung am 17. Juli 2026 berührt. Am selben Tag zog sich UBS zusammen mit verbundenen Unternehmen auch aus ihrer Position als wesentlicher Anteilseigner bei Web Travel Group Ltd zurück – nach entsprechenden Transaktionen fiel die Beteiligung unter die Meldeschwelle.
Bereits am 15. Juli hatte UBS zudem ihre Long-Position in H-Aktien des Versicherers Ping An von 7,39 Prozent auf 6,83 Prozent reduziert, wie aus einer Mitteilung an die Hongkonger Börse hervorgeht. Die Bewegungen reihen sich in eine Serie von Portfolioanpassungen ein, die UBS zuletzt bei mehreren Beteiligungen vorgenommen hat.
Neue Finanzstruktur für Private Credit in Prüfung
Parallel zu den Stimmrechtsmeldungen wurde bekannt, dass UBS eine neue Finanzstruktur zur Verbriefung von Private-Credit-Fondsanteilen in Anleihen prüft. Medienberichten zufolge strebt die Bank für die geplanten Papiere ein A2-Rating von Moody’s an, gestützt durch eine Kreditgarantie von Nationwide Mutual Insurance. Sollte das Vorhaben umgesetzt werden, würde UBS ihr Angebot im wachsenden Markt für private Kreditverbriefungen erweitern.
Im Wealth-Management-Geschäft, dem Kerngeschäft der Bank, sorgte zudem der „Global Wealth Report 2026“ für Aufmerksamkeit. UBS bezifferte darin das weltweite Privatvermögen für das Vorjahr mit einem Wachstum von 10,8 Prozent und zählte 2,6 Millionen Dollar-Millionäre in Deutschland.
Q1-Zahlen und Fortschritte bei der Credit-Suisse-Integration
Den Hintergrund für die aktuellen Nachrichten bildet ein starkes erstes Quartal. UBS hatte Ende April einen Reingewinn von 3,0 Milliarden US-Dollar ausgewiesen, ein Plus von 80 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Rendite auf das harte Kernkapital lag bei 16,8 Prozent, im Global Wealth Management flossen netto 37 Milliarden US-Dollar an neuen Kundengeldern zu. Auf der ordentlichen Generalversammlung im April genehmigten die Aktionäre eine Dividende von 1,10 US-Dollar je Aktie für das Geschäftsjahr 2025 und wählten mit Agustín Carstens, Luca Maestri und Markus Ronner drei neue Mitglieder in den Verwaltungsrat.
UBS hält zudem an ihrem Ziel fest, die Integration der Credit Suisse bis Ende 2026 im Wesentlichen abzuschließen. Die Bank beziffert die dabei kumulierten Kosteneinsparungen auf rund 13 Milliarden US-Dollar. Die nächste Bewährungsprobe für den Fortschritt der Integration steht bereits fest: Am 29. Juli 2026 legt UBS die Geschäftszahlen für das zweite Quartal vor.
Analystenmeinungen und Kursentwicklung
Anfang Juli hatten zwei große Häuser ihre Sicht auf die Aktie erneuert. JPMorgan Chase nahm UBS am 6. Juli mit einem Kursziel von 44,00 Schweizer Franken in die Bewertung auf. RBC Capital Markets bestätigte am 9. Juli das Rating „Outperform“ mit einem Kursziel von 40,00 Schweizer Franken.
An der Börse notiert die UBS-Aktie aktuell bei 45,62 Euro und legt am Handelstag um 1,09 Prozent zu. Seit Jahresbeginn steht damit ein Plus von 14,71 Prozent zu Buche. Zum 52-Wochen-Hoch von 48,19 Euro, erreicht am 16. Juli 2026, fehlen der Aktie derzeit 5,33 Prozent. Anleger dürften die anstehenden Quartalszahlen Ende Juli als nächsten wichtigen Prüfstein für die weitere Kursentwicklung im Blick behalten.
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