Die Schweizer Großbank reitet auf einer Welle des Optimismus. Rückenwind kommt von neuen EU-Reformplänen und einer starken Prognose aus den USA. Die Folge: Die Papiere der UBS kratzen an ihrem Jahreshoch.
Am Donnerstag schloss das Wertpapier bei 44,55 Euro. Damit fehlt nur ein Wimpernschlag zum neuen Rekord. Ein wesentlicher Treiber für diese Rallye ist die US-Investmentbank Jefferies. Analyst Joseph Dickerson bestätigte seine Kaufempfehlung. Er hob das Kursziel auf 60 Schweizer Franken an.
Dickerson verweist auf eine starke Dynamik in der Vermögensverwaltung. Das gilt besonders für die USA und Asien. Auch das Investmentbanking floriert. Den Berechnungen der Bank zufolge könnte der Gewinn im zweiten Quartal überraschen. Die Schätzungen liegen rund 18 Prozent über dem Marktkonsens. Potenzielle Kapitalkosten für ausländische Töchter hält Jefferies bereits für eingepreist.
EU-Reformen beflügeln Fantasie
Parallel dazu sorgt ein Bericht der „Financial Times“ für gute Stimmung. Die EU-Kommission plant offenbar den Abbau von Hürden im grenzüberschreitenden Kapitalverkehr. Davon würden europäische Institute im Wettbewerb mit US-Banken stark profitieren. Die UBS könnte in einem solchen Umfeld ihr Kapital in Europa deutlich effizienter verteilen. Eine offizielle Bewertung der Kommission steht im Juli an. Konkrete Gesetze folgen voraussichtlich im Jahr 2027.
Umbau bei den Anlagestiftungen
Auch intern stellt die Bank wichtige Weichen für die Zukunft. Yves Schepperle übernimmt im Herbst 2026 die Geschäftsführung der UBS-Anlagestiftungen. Er löst Tobias Meyer und Alexandrine Kiechler ab. Beide verlassen den Konzern im vierten Quartal. Diese Personalie unterstreicht den Fokus der Schweizer auf die lukrative Verwaltung von Vorsorgegeldern.
Starker Trend, aber heiß gelaufen
Die langfristige Bilanz der Aktie beeindruckt. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Kursplus von fast 69 Prozent auf der Anzeigetafel. Der aktuelle Kurs notiert signifikant über dem 200-Tage-Durchschnitt von 36,34 Euro. Das bestätigt den intakten Aufwärtstrend.
Ein technisches Detail mahnt allerdings zur Vorsicht. Der Relative-Stärke-Index liegt aktuell bei knapp 71 Punkten. Damit gilt das Papier formell als überkauft. Hält der Widerstand am bisherigen Rekordhoch, müssen Käufer kurzfristig mit Gewinnmitnahmen rechnen.
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