Ein Gewinn deutlich über den Erwartungen ist bei UBS mittlerweile fast schon Routine. Bemerkenswerter ist diesmal, wie nah die Bank dem Ende ihrer größten Integration seit Jahrzehnten gekommen ist. Fast drei Jahre nach der Notübernahme der Credit Suisse zieht UBS eine Zwischenbilanz, die zeigt: Der schwierigste Teil liegt hinter dem Konzern.
Gewinn klar über Prognose
Im zweiten Quartal erzielte UBS einen Nettogewinn von 2,8 Milliarden Dollar — die von der Bank selbst eingeholte Analystenschätzung lag bei 2,39 Milliarden Dollar. Das Ergebnis vor Steuern kletterte auf 3,6 Milliarden Dollar, auf bereinigter Basis sogar auf 3,9 Milliarden Dollar. Die Eigenkapitalrendite auf CET1-Basis erreichte 15,4 Prozent, bereinigt 16,4 Prozent.
Für das erste Halbjahr summiert sich der Nettogewinn auf 5,8 Milliarden Dollar bei einem Vorsteuerergebnis von 7,4 Milliarden Dollar. Getragen wurde die Entwicklung von einem breiten Wachstum über alle Kernsparten hinweg. Die Investmentbank verzeichnete mit einem Umsatzplus von 31 Prozent im Bereich Global Markets ihr bestes zweites Quartal überhaupt, während die Vermögensverwaltung mit einem Anstieg der transaktionsbasierten Erträge von 23 Prozent überzeugte.
Kundengelder auf Rekordniveau
Die verwalteten Vermögen des Konzerns erreichten mit 7,3 Billionen Dollar einen neuen Höchststand. Allein in der globalen Vermögensverwaltung flossen im Quartal netto 36 Milliarden Dollar an neuen Geldern zu, im Asset Management waren es 6 Milliarden Dollar. Für das Schweizer Geschäft vergab oder erneuerte UBS im Quartal Kredite in Höhe von umgerechnet rund 40 Milliarden Franken an Unternehmen und Privatkunden.
Bei der Integration der ehemaligen Credit-Suisse-Strukturen ist UBS inzwischen weit fortgeschritten. Mehr als 90 Prozent der alten IT-Anwendungen sind nicht mehr im Einsatz, rund 70 Prozent bereits vollständig stillgelegt. Im Quartal kamen weitere 1,1 Milliarden Dollar an Kosteneinsparungen hinzu, kumuliert seit Ende 2022 stehen damit 12,6 Milliarden Dollar zu Buche — nahe am Zielwert von etwa 13,5 Milliarden Dollar bis Jahresende.
Kapitalrückgabe läuft weiter
Die Kernkapitalquote lag zum Quartalsende bei 14,4 Prozent, oberhalb der eigenen Zielmarke von rund 14 Prozent. Das im Juli abgeschlossene Rückkaufprogramm wird durch ein neues Programm über 3 Milliarden Dollar fortgesetzt, das bis spätestens Ende des zweiten Quartals 2027 laufen soll. Für die kommenden drei Monate plant die Bank Rückkäufe von mindestens 1 Milliarde Dollar. Für die Dividende rechnet das Management zudem mit einem Wachstum im mittleren zweistelligen Prozentbereich.
Für das dritte Quartal erwartet UBS ein moderat steigendes Nettozinsergebnis in der Vermögensverwaltung, im Schweizer Privat- und Firmenkundengeschäft rechnet die Bank mit stabilen bis leicht höheren Werten. Das Management sieht sich zudem auf Kurs, die eigene Renditevorgabe für das Jahresende von rund 15 Prozent zu übertreffen — vorausgesetzt, die geopolitische Lage und die Zinsentwicklung bleiben einigermaßen berechenbar.
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