UBS Aktie: Höchststand seit der Finanzkrise

Die UBS-Aktie fällt nach Erreichen des höchsten Stands seit der Finanzkrise leicht. Neue Kapitalprognosen und politische Risiken prägen die Aussichten.

Auf einen Blick:
  • Aktie fällt nach Rekordhoch
  • US-Bankzahlen beflügelten Rally
  • Flacherer Kapitalpfad erwartet
  • Politische Entscheidung zu Eigenkapital

Die UBS-Aktie hat gerade den höchsten Stand seit der Finanzkrise erreicht. Am Freitag kam der Ausverkauf: Der Titel schloss bei 46,13 Euro und verlor 1,43 Prozent. Nach Wochen des Höhenflugs wirkt das wie eine verdiente Verschnaufpause.

US-Großbanken liefern den Zündstoff

Die Rally begann mit starken Quartalszahlen der US-Großbanken in der vergangenen Woche. UBS zog im Sog mit und kletterte auf den höchsten Wert seit dem Absturz während der Finanzkrise vor fast zwanzig Jahren.

Parallel zur guten Stimmung aus den USA hat sich auch die Einschätzung zum Kapitalpfad der Bank verändert. Ein früherer Pfad hätte zu einer CET-1-Quote von fast 18 Prozent geführt. Die neue Einschätzung sieht deutlich milder aus: Der Kapitalaufbau verläuft flacher und erreicht erst ab 2029 eine Quote von 15,7 Prozent.

Diese Neubewertung gilt als zentraler Treiber für die höhere Bewertung der Aktie. Ein flacherer Kapitalpfad lässt mehr Spielraum für Dividenden und Aktienrückkäufe. Analysten rechnen entsprechend mit positiveren Ausschüttungen.

Ein Thema bleibt aber ungelöst: Der Bundesrat verlangt von UBS eine vollständige Eigenkapitalunterlegung der ausländischen Töchter. Das könnte mit rund 20 Milliarden Dollar zu Buche schlagen und Ausschüttungspotenzial sowie Eigenkapitalrendite belasten.

Teurer als die Konkurrenz, aber nicht am teuersten

Der Blick auf globale Großbanken zeigt große Bewertungsunterschiede. Institute wie Morgan Stanley, Goldman Sachs und JPMorgan versprechen Eigenkapitalrenditen von 17 Prozent und mehr. Sie werden entsprechend zu mehr als dem 2,5-fachen Buchwert gehandelt.

Renditeschwächere Banken wie die Deutsche Bank, Crédit Agricole oder Société Générale notieren dagegen unter Buchwert. UBS bewegt sich zwischen diesen Polen. Trotz aller Klagen des Managements über steigende Kapitalanforderungen erreicht die Aktie gerade ihren höchsten Stand seit der Finanzkrise – die veränderte Einschätzung der Regulierung macht das möglich.

Kein Grund zur Sorge

Der Rücksetzer vom Freitag wirkt vor allem wie eine Gewinnmitnahme nach starken Wochen. Die Aktie notiert aktuell rund 4,3 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 48,19 Euro. Binnen zwölf Monaten hat der Titel dennoch knapp 49 Prozent zugelegt.

Der RSI-Wert von knapp 60 zeigt keine überkaufte Situation an. Ein echtes Warnsignal für eine Korrektur sieht anders aus.

Im Fokus bleibt der politische Prozess um die künftigen Eigenkapitalvorgaben. Das Schweizer Parlament muss in den kommenden Monaten über die Regeln zur Kapitalunterlegung ausländischer Tochtergesellschaften entscheiden. Die endgültige Ausgestaltung wird über das langfristige Ausschüttungspotenzial und die Wettbewerbsfähigkeit der Bank gegenüber internationalen Rivalen entscheiden.

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