Die UBS richtet ihre Vermögensallokation neu aus — weg von westlichen Standardmärkten, hin zu Schwellenländern Asiens. Hintergrund ist das aktuell hohe globale Zinsniveau, das dort besonders attraktive Einstiegspunkte schafft.
Adrian Zuercher, Co-Leiter der globalen Vermögensallokation im Chief Investment Office der Bank, beschreibt die Verschiebung als bewussten strategischen Schritt.
Besonders Unternehmensanleihen aus der Region böten Wertpotenzial, allen voran hochverzinsliche Papiere aus dem asiatischen Technologiesektor. Diese hätten sich zuletzt besser entwickelt als vergleichbare Segmente und wiesen im Vergleich zu vor zehn oder fünfzehn Jahren eine deutlich höhere Qualität auf.
Gold bleibt Baustein, Rohstoffbreite gefragt
Neben Anleihen bleibt Gold für die UBS ein zentraler Diversifikationsbaustein. Die strukturelle Schwäche des US-Dollars spricht laut Zuercher weiterhin für das Edelmetall. Die Bank rät allerdings von einer reinen Gold-Fokussierung ab — eine breiter gestreute Rohstoffstrategie erscheint angesichts der geopolitischen Lage sinnvoller, zumal die Nachfrage nach Kupfer durch den Boom rund um künstliche Intelligenz spürbar zunimmt.
Eine ergänzende Analyse der Bank zeigt zudem, wie robust sich asiatische Währungen trotz gestiegener US-Renditen und Ölpreise gehalten haben — getragen vor allem vom Exportwachstum im Technologiesektor. Die Streuung zwischen einzelnen Währungen der Region kletterte dabei auf ein Zehnjahreshoch.
Bei den Kurszielen bevorzugt die UBS Nordasien: Für den Offshore-Yuan erwartet sie eine Aufwertung gegenüber dem Euro, für den Taiwan-Dollar peilt sie die Marke von 31 an. Skeptischer bleibt die Bank bei indonesischer Rupiah, philippinischem Peso und thailändischem Baht, die unter schwachen Leistungsbilanzen leiden.
Immobilienmärkte: Entwarnung für Deutschland, Alarm für Zürich
Abseits der Anlagestrategie liefert die UBS auch mit ihrem jährlichen Immobilienblasen-Index ein bemerkenswertes Signal. Frankfurt und München gelten demnach nicht mehr als Hochrisikomärkte — noch 2022 zählten beide Städte zu den weltweit gefährdetsten. Der Grund: Inflationsbereinigt liegen die Preise dort bis zu 25 Prozent unter den Höchstständen von 2021 und 2022, während gestiegene Bau- und Finanzierungskosten die Nachfrage bremsen.
Anders sieht die Bank die Lage in Zürich, Tokio und Miami — dort hat sich die Preisentwicklung nach UBS-Einschätzung am stärksten von den tatsächlichen Immobilienwerten entkoppelt. Zürich verzeichnete demnach in den vergangenen zwanzig Jahren unter allen untersuchten Metropolen den stärksten Preisanstieg.
Die Strategieverschiebung Richtung Asien und die Immobilienstudie zeigen ein Institut, das sein Research derzeit klar auf Umbrüche in Zinslandschaft und globalen Kapitalflüssen ausrichtet. Wie sich diese Positionierung auf das eigene Beratungs- und Vermögensverwaltungsgeschäft der UBS auswirkt, dürfte sich in den kommenden Quartalszahlen zeigen.
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