UBS will ihr Aktienrückkaufprogramm schneller abschließen als bisher geplant. Nach den gestern veröffentlichten Quartalszahlen soll das Programm über 3 Mrd. US-Dollar bis zu den Ergebnissen des vierten Quartals abgeschlossen sein. Zuvor hatte die Bank dafür Mitte 2027 genannt. Für Anleger ist das ein konkretes Ausschüttungssignal – allerdings unter dem Vorbehalt der Geschäftsentwicklung und der Schweizer Kapitalregeln.
Rückkäufe mit klaren Bedingungen
Im dritten Quartal 2026 kaufte UBS eigene Aktien für 1,8 Mrd. US-Dollar zurück. Die Bank knüpft den weiteren Verlauf an ihre Geschäftsaussichten, eine harte Kernkapitalquote um 14% und die regulatorischen Rahmenbedingungen in der Schweiz.
Der beschleunigte Zeitplan bedeutet deshalb keine uneingeschränkte Zusage für künftige Ausschüttungen. Entscheidend ist nicht nur, wie viel die Bank verdient. Ebenso wichtig bleibt, welchen Teil ihres Kapitals sie dauerhaft vorhalten muss. Genau hier liegt der Konflikt zwischen UBS und der Schweizer Politik.
Laut Bloomberg warnte Konzernchef Sergio Ermotti gestern vor langfristigen Folgen strengerer Kapitalregeln für die Wettbewerbsfähigkeit der Bank. Der Ständerat beschloss im September eine Unterlegung ausländischer Tochtergesellschaften mit hartem Kernkapital von 90%. Der Nationalrat muss noch entscheiden.
Damit steht die endgültige Ausgestaltung weiterhin aus. Für Anleger gehören der schnellere Rückkauf und der Kapitalstreit unmittelbar zusammen: Die geplante Rückgabe von Kapital hängt auch von den künftigen Anforderungen ab.
Integration schafft finanziellen Spielraum
Operativ nähert sich UBS dem Abschluss der Credit-Suisse-Integration. Bis Ende 2026 erwartet die Bank kumulierte Kosteneinsparungen von rund 13,7 Mrd. US-Dollar. Das bisherige Ziel lag bei rund 13,5 Mrd. US-Dollar.
Die höhere Einsparprognose unterstreicht die Fortschritte beim Zusammenführen der Banken. UBS erwartet weiterhin, die Integration bis zum Jahresende abzuschließen. Damit rückt für Anleger stärker die Frage in den Vordergrund, wie sich das Geschäft nach dem Integrationsprozess entwickelt.
Ende September waren rund 90% der zur Stilllegung vorgesehenen Credit-Suisse-IT-Anwendungen abgeschaltet.
Ein Teil der zusätzlichen Entlastung dürfte nach Einschätzung der Bank durch saisonale Kosten ausgeglichen werden. Die Integrationsfortschritte lassen sich deshalb nicht vollständig in einen entsprechend höheren Quartalsgewinn übersetzen.
Gewinnwachstum trägt den Ausschüttungsplan
Im dritten Quartal 2026 erzielte UBS einen Nettogewinn von 2,69 Mrd. US-Dollar. Gegenüber dem Vorjahresquartal entsprach das einem Zuwachs von 8%.
Die Vermögensverwaltung lieferte zugleich starke Kundenzuflüsse. Besonders Amerika und Asien-Pazifik trugen dazu bei. Dieses Geschäft stützt den Ausschüttungsplan, während der Ausblick auf die Handelsaktivität vorsichtiger ausfällt.
Global Wealth Management sammelte netto 55,1 Mrd. US-Dollar ein. Für das vierte Quartal erwartet UBS saisonal moderatere Transaktionsvolumen. Der Nettozinsertrag in der Vermögensverwaltung soll gegenüber dem Vorquartal im niedrigen einstelligen Prozentbereich steigen.
Die gestern vorgelegte Bilanz verbindet damit operative Fortschritte mit einem schnelleren Rückkaufplan. Die Integration liefert weitere Einsparungen und Kunden bringen neues Vermögen. Wie viel Kapital UBS darüber hinaus an Aktionäre zurückgeben kann, bleibt jedoch eng mit der noch offenen Schweizer Regulierung verknüpft.
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