UBS treibt gleich an zwei Fronten voran. Die Schweizer Großbank hat ihr US-Emissionsprogramm ausgeweitet und zugleich ihre Beteiligung am Spezialchemiekonzern Azelis Group NV erhöht. Das zeigt, wie aktiv das Institut derzeit seine Kapital- und Beteiligungsstrategie ausrichtet.
Mehr Spielraum im US-Markt
Am 3. Juni reichte UBS bei der US-Börsenaufsicht eine Form 6-K ein. Darin steckt eine Shelf-Registrierung für Senior-Debt-Wertpapiere über bis zu 1,5 Milliarden US-Dollar. Damit kann die Bank künftig strukturierte Anleihen für US-Investoren unter einer bestehenden Indenture-Struktur platzieren.
Für UBS ist das ein praktischer Schritt. Mehr Emissionsspielraum bedeutet mehr Flexibilität bei der Finanzierung und beim Ausbau des Produktangebots in den USA. Genannt werden in diesem Zusammenhang unter anderem ETRACS Silver Shares Covered Call ETNs, die an den NASDAQ Silver FLOWS 106 Index gekoppelt sind und im April 2033 fällig werden.
Azelis-Beteiligung steigt über Schwelle
Parallel dazu wurde bekannt, dass UBS ihre Position an Azelis ausgebaut hat. Die Bank überschritt am 28. Mai die Meldeschwelle von 3,00 Prozent der Stimmrechte über gleichwertige Finanzinstrumente. Zum Stichtag hielt UBS zusammen mit verbundenen Unternehmen 7.522.357 solcher Instrumente, was 3,08 Prozent der Stimmrechte entspricht.
Für den Markt ist vor allem der Umfang der Aufstockung relevant. UBS signalisiert damit ein größeres Engagement bei einem europäischen Spezialchemiewert, ohne dass daraus bereits eine operative Wende abzuleiten wäre.
Integration bleibt der Hintergrund
Die beiden Meldungen fallen in eine Phase, in der UBS die Integration der Credit Suisse weiter abschließt. Die Migration der ehemaligen Credit-Suisse-Kunden in der Schweiz auf die UBS-Plattformen war bis Ende März beendet. Auch die alte IT-Infrastruktur wurde deaktiviert.
Das passt zu den Sparzielen der Bank. UBS peilt bis Ende 2026 kumulierte Kosteneinsparungen von bis zu 13,5 Milliarden US-Dollar an. Parallel dazu bleibt der regulatorische Druck in der Schweiz hoch. Diskutiert werden Verschärfungen, die bis zu 22 Milliarden US-Dollar zusätzliches CET1-Kapital erfordern könnten.
Trotzdem hält die Bank an ihren Zielen fest. Für Ende 2026 peilt UBS eine zugrunde liegende Eigenkapitalrendite von rund 15 Prozent und ein Kosten-Ertrags-Verhältnis von unter 70 Prozent an. Diese Zielmarken sollen auch die geplanten Kapitalausschüttungen für 2026 tragen.
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