Die Schweizer Großbank UBS sieht sich am heutigen Donnerstag mit einer erheblichen finanziellen Belastung in den USA konfrontiert. Während das Institut wegen Verstößen gegen Geldwäsche-Vorschriften Millionensummen an amerikanische Aufsichtsbehörden leisten muss, agiert die Bank am Kapitalmarkt mit der Emission neuer Anleihen. Zeitgleich bleibt die politische Debatte um die künftige Regulierung am Hauptsitz in der Schweiz festgefahren.
US-Behörden sanktionieren Geldwäsche-Verstöße
UBS Financial Services wurde heute von US-Behörden wegen Verstößen gegen Vorgaben zur Geldwäschebekämpfung sowie gegen den Bank Secrecy Act sanktioniert. Medienberichten zufolge beläuft sich die Kernstrafe auf 125 Millionen USD.
Die gesamte finanzielle Belastung aus diesem Verfahren summiert sich jedoch auf 153 Millionen USD. Dieser Gesamtbetrag enthält unter anderem eine zusätzliche Strafe der Selbstregulierungsorgansation FINRA in Höhe von 20 Millionen USD.
Die Sanktionen stehen im Zusammenhang mit Defiziten in den Überwachungssystemen der Bank, die zur Identifizierung verdächtiger Finanzaktivitäten dienen sollen. Trotz dieser Belastung zeigt sich die Bank am Refinanzierungsmarkt aktiv. Heute begab die UBS Group zwei neue Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 550 Millionen Franken.
Politische Hängepartie um Kapitalvorgaben in der Schweiz
Während die Rechtsstreitigkeiten in den USA eine Klärung erfahren, herrscht in der Schweizer Heimat des Instituts weiterhin politische Unsicherheit. Der Wirtschaftsausschuss des Schweizer Parlaments konnte am Dienstag keine Einigung über eine Verschärfung der Kapitalregeln für die Großbank erzielen.
Eine geplante Entscheidung über strengere Vorgaben wurde vertagt. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, blieb ein Konsens in der zuständigen Parlamentskommission aus, was zur Absage einer bereits anberaumten Pressekonferenz führte.
Die Bank selbst hatte sich gestern im Rahmen der laufenden Debatte zu Wort gemeldet. Das Management vertritt den Standpunkt, dass die bestehende Schweizer Bankenregulierung bereits zum jetzigen Zeitpunkt als streng einzustufen sei. Die Diskussionen über zusätzliche Puffer und Kapitalanforderungen gelten als direkte Folge der Übernahme der Credit Suisse und der damit verbundenen neuen Größe der UBS im Verhältnis zur Schweizer Volkswirtschaft.
Analysten heben Kursziel an
Trotz des regulatorischen Drucks und der US-Strafzahlungen bewerten Analysten die fundamentale Lage der Bank differenziert. Goldman Sachs passte die Einschätzung für die UBS-Aktie am Montag an. Das Analysehaus hob das Kursziel von 41,50 Franken auf 47 Franken an, beließ die Einstufung für den Titel jedoch auf „Neutral“.
An der Börse notiert die Aktie heute bei 46,36 Euro, was einem Rückgang von 0,5 Prozent entspricht. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier dennoch eine positive Entwicklung und konnte um 17 Prozent zulegen. Die Marktteilnehmer richten ihren Fokus nun auf die weiteren Beratungen im Schweizer Parlament, die für die langfristige Kapitalstruktur des Instituts entscheidend sein dürften.
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