Der Schweizer Ständerat stimmt am heutigen Donnerstag über einen Kompromiss zu den künftigen Kapitalanforderungen für UBS ab. Im Zentrum steht die Frage, wie stark die Grossbank ihre Auslandstöchter mit hartem Kernkapital unterlegen muss – eine Entscheidung mit direkten Folgen für Milliardenbeträge an Eigenkapital.
Worum es bei der Abstimmung geht
Der Bundesrat verlangt seit 2011 schärfere Regeln für die Grossbank, verschärft nach der UBS-Rettung von 2008. Aktuell fordert die Regierung, dass Auslandstöchter zu 100 Prozent mit hartem Kernkapital abgesichert werden müssen, statt der bisherigen 45 Prozent.
Eine Ständeratskommission hat dagegen einen Mittelweg vorgeschlagen: nur die Hälfte in hartem Kernkapital, die andere Hälfte über AT1-Anleihen. Konkret geht es um einen Kompromiss, wonach UBS bis zu 13 Milliarden US-Dollar an AT1-Kapital für ihre Auslandstöchter nutzen dürfte – die volle Forderung des Bundesrats würde dagegen rund 20 Milliarden US-Dollar zusätzliches hartes Kernkapital bedeuten.
UBS selbst bezeichnet die schärferen Vorgaben als „erhebliche Verschärfung“ und verweist darauf, dass die Schweizer Regeln bereits heute zu den strengsten weltweit zählten. Ein Antrag von FDP-Ständerat Caroni sieht zudem vor, das gesamte Gesetz an den Bundesrat zurückzuweisen.
Politischer Streit ohne klare Mehrheit
Die Debatte zieht sich seit Wochen durch das Schweizer Parlament, ohne dass sich bislang ein eindeutiger Ausgang abzeichnet. Für Anleger bedeutet das anhaltende Unsicherheit: Jede Verschärfung würde die Kapitalkosten der Bank erhöhen und potenziell Ausschüttungen an Aktionäre schmälern, während ein für UBS günstigerer Kompromiss als Entlastung gewertet würde.
Der Streit reiht sich in eine längere Auseinandersetzung zwischen Bank und Regierung ein, seit der Bundesrat nach der Übernahme der Credit Suisse auf eine grundlegende Neuordnung der Eigenkapitalvorschriften drängt.
Die heutige Abstimmung im Ständerat ist dabei nur eine Etappe – das letzte Wort in der Auseinandersetzung um die Kapitalunterlegung dürfte damit noch nicht gesprochen sein.
Kursreaktion bleibt verhalten negativ
Der Kurs der UBS-Aktie notierte am Mittwoch bei 43,94 Euro und büsste damit 1,3 Prozent ein. Auf Wochensicht steht ein Minus von 5,5 Prozent zu Buche, was den Titel rund 8,8 Prozent unter sein 52-Wochen-Hoch von 48,19 Euro drückt.
Der RSI-Wert von 34,7 signalisiert eine bereits leicht überverkaufte Situation, was auf eine gewisse Erschöpfung des jüngsten Abwärtstrends hindeuten könnte.
Trotz der jüngsten Schwäche bleibt der Titel auf Sicht von zwölf Monaten mit einem Plus von 26 Prozent im grünen Bereich – ein Hinweis darauf, dass die aktuelle Regulierungsdebatte zwar kurzfristig belastet, das längerfristige Anlegervertrauen in die Bank aber nicht grundsätzlich erschüttert hat.
Wie stark sich die heutige Abstimmung tatsächlich auf die Kapitalplanung von UBS auswirkt, wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen, wenn der weitere parlamentarische Prozess Klarheit schafft.
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