Bei Ubisoft rückt die schwierige Entwicklung von Beyond Good & Evil 2 erneut in den Fokus. Ein am Freitag aufgegriffener Bericht von Origami beschreibt wiederholte Kurswechsel und verfehlte interne Meilensteine. Das Projekt soll weiterhin in der Vorproduktion stecken. Für Anleger stellt sich damit die Frage, wie verlässlich Ubisoft seine Spieleentwicklung während des laufenden Konzernumbaus steuern kann.
Wiederholte Änderungen am Spielkonzept
Origami beruft sich auf anonyme projektnahe Personen. Demnach arbeiten weiterhin mehrere Hundert Beschäftigte an dem Spiel, vor allem bei Ubisoft Montpellier. Der nächste interne Meilenstein soll den Übergang in die Alpha-Phase ermöglichen. Ubisoft hat die konkreten Aussagen des Berichts nicht bestätigt.
Das Spiel wurde 2008 angekündigt und 2017 erneut vorgestellt. Zwischenzeitlich sah das Konzept ein großes Mehrspieler-Abenteuer mit mehreren Planeten und dynamisch erzeugten Aufgaben vor. Später schrumpfte der geplante Umfang schrittweise.
Inzwischen steht dem Bericht zufolge ein vorrangig allein spielbares, erzählerisches Abenteuer ohne Online-Zwang im Mittelpunkt. Gemeinsames Spielen soll weiterhin möglich sein. Die wechselnden Entwicklungsziele hätten jedoch dazu geführt, dass zahlreiche interne Meilensteine verfehlt wurden.
Ubisoft bestätigte im Januar die laufende Entwicklung. Ein Veröffentlichungstermin und ein öffentlicher Zeitplan für die Alpha-Phase fehlen. Das Projekt liefert Anlegern somit noch keinen belastbaren Terminanker für eine Veröffentlichung.
Stellenabbau erhöht den Entscheidungsdruck
Der Bericht beschreibt unterschiedliche Erwartungen innerhalb des Teams. Einige Beschäftigte fürchten eine Einstellung bei der nächsten Projektprüfung. Andere langjährige Teammitglieder sollen eine solche Entscheidung inzwischen sogar erhoffen. Führungskräfte hätten das Vorhaben bislang vor einer Streichung geschützt.
Diese Unsicherheit trifft auf konkrete Einschnitte im Konzern. Am 14. Oktober strich Ubisoft in Singapur 70 Stellen. Zugleich schlug das Unternehmen die Schließung des finnischen Studios RedLynx vor, die bis zu 52 Stellen betreffen könnte.
Die mögliche Schließung hängt von lokalen Verhandlungen ab und ist daher nicht beschlossen. Das Studio in Singapur bleibt laut Ubisoft Teil der globalen Produktion. Die dortigen Kürzungen begründete das Unternehmen mit der Anpassung an den künftigen Produktionsbedarf.
Für Anleger steht nicht nur die Größe der Teams im Mittelpunkt. Ebenso wichtig ist die Frage, welche Projekte Ubisoft fortführt und ob deren Entwicklungsziele Bestand haben. Die geschilderten Richtungswechsel bei Beyond Good & Evil 2 verdeutlichen dieses Planungsrisiko.
Die Aktie verlor am Freitag -3,2%. Aus dem Kursrückgang lässt sich keine eindeutige Reaktion auf einzelne Projektmeldungen ableiten. Entscheidend bleibt für Anleger, ob Ubisoft eine verlässlichere Entwicklung künftiger Spiele erreichen kann.
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