Uber zieht sich aus vier afrikanischen Märkten zurück. Billigere Konkurrenten setzen dem Fahrdienstvermittler dort zu, und die Kunden achten stärker auf den Preis als auf Qualität und Sicherheit.
Nigeria und Uganda zuletzt betroffen
Am 2. September stellte Uber den Betrieb in Nigeria und Uganda ein. Zuvor hatte sich das Unternehmen bereits aus Tansania und der Elfenbeinküste verabschiedet. In Nigeria verloren nach Angaben der Fahrergewerkschaft rund 50.000 Fahrer ihre Einnahmequelle. Viele haben Mühe, zu anderen Plattformen zu wechseln, einige berichten von deutlich geringeren Verdiensten.
Die Wettbewerbsbehörde des Landes hat inzwischen eine Untersuchung zum Abgang eingeleitet.
Preisdruck durch Bolt, inDrive und Yango
Die Rivalen locken mit niedrigeren Tarifen und flexibleren Konditionen. In Nairobi kostet eine vergleichbare Fahrt bei Uber 273 Kenia-Schilling, bei Bolt 220. In Johannesburg liegt der günstigste Uber-Preis bei 50 Rand, bei Bolt bei 39.
Ubers klassische Stärken, Fahrzeugqualität und Passagiersicherheit, lassen sich in so preissensiblen Märkten kaum zu Geld machen. Bolt ist inzwischen in acht afrikanischen Ländern aktiv, Uber in sechs. Das estnische Unternehmen zählt auf dem Kontinent mehr als eine Million Fahrer und Kuriere.
Auch lokale Anbieter geraten unter Druck: Das nigerianische Start-up Moove, mit 2,1 Milliarden Dollar bewertet, kündigte am 8. Oktober den Rückzug aus seinem Heimatmarkt an.
Ein Signal, kein Abschied
Uber betont sein Bekenntnis zu Afrika. Mehr als eine Milliarde Fahrten hat der Konzern dort bereits vermittelt, in Südafrika sollen über 300 Millionen Dollar investiert werden. Marktforscher erwarten, dass der afrikanische Markt für Fahrdienste bis 2031 um fast 30 Prozent auf 3,25 Milliarden Dollar wächst.
Parallel dazu sorgt Ubers Mitgründer Travis Kalanick für Schlagzeilen. Sein Robotik- und Automatisierungsunternehmen Atoms hat 1,7 Milliarden Dollar eingesammelt. Angeführt wurde die Runde von Andreessen Horowitz, auch Uber selbst beteiligt sich. Atoms bündelt unter anderem Cloud-Küchen, autonome Bergbaufahrzeuge und Robotik für den Transport.
Die Aktie legte zuletzt um knapp zwei Prozent zu. Der Markt scheint die Afrika-Rückzüge damit als überschaubares Randthema zu werten: Ubers Fokus liegt auf Märkten mit höherer Kaufkraft, während in Afrika vorerst Südafrika als Investitionsschwerpunkt bleibt.
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