Extreme Hitze treibt die Buchungszahlen, aber auf dem Rollfeld knirscht es. Bei TUI prallen aktuell eine starke Nachfrage und operative Probleme aufeinander. Ein Zwischenfall bei der Landung auf Mallorca überschattet die neuen Expansionspläne des Reisekonzerns.
Tail Strike auf Mallorca
Am Samstag erlebten Passagiere der TUI Airways eine unruhige Landung. Eine Boeing 737 auf dem Weg von Dublin nach Palma de Mallorca erlitt einen sogenannten Tail Strike. Dabei berührte das Heck der Maschine die Landebahn.
Die Piloten brachen den Landeanflug ab und starteten durch. Kurze Zeit später landete das Flugzeug sicher auf einer Parallelbahn. Techniker untersuchen die Maschine nun am Boden. Die Folge: Rückflüge nach Birmingham verspäteten sich deutlich. Solche operativen Ausfälle beobachten Investoren genau, da sie die Kostenstruktur im Flugsegment belasten.
Flusskreuzfahrten gegen die Saisonalität
Parallel dazu treibt das Management die langfristige Wachstumsstrategie voran. TUI weitet sein Flusskreuzfahrt-Programm für den Winter 2027 massiv aus. Geplant sind 37 Abfahrten auf dem Rhein, der Donau und dem Douro.
Erstmals bietet der Konzern Winterreisen in Portugal an. Hinzu kommen neue Anlaufhäfen in Belgien und den Niederlanden wie Lüttich und Maastricht. Buchungen starten voraussichtlich im Juli. Damit will TUI das Geschäft glätten und die Flotte das ganze Jahr über profitabel auslasten.
Hitze und Fußball treiben die Nachfrage
Das Marktumfeld liefert derzeit gemischte Signale. Eine extreme Hitzewelle in Mitteleuropa mit Temperaturen über 41 Grad befeuert kurzfristige Urlaubsbuchungen. Allerdings verursacht das Wetter zunehmend logistische Probleme im Schienen- und Flugverkehr.
Auf der Langstrecke sorgt die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA für volle Kassen. Branchenbeobachter melden nahezu ausgebuchte Transatlantikflüge. Diese hohe Auslastung stützt die Margen in diesem wichtigen Segment.
Charttechnik und Ausblick
An der Börse reagierten Investoren zuletzt verhalten. Die TUI-Aktie verlor am Freitag 3,66 Prozent und schloss bei 7,38 Euro. Damit rutschte der Kurs knapp unter die langfristige 200-Tage-Linie von 7,67 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust auf über 17 Prozent.
Nach unten dient das 52-Wochen-Tief bei 6,11 Euro als wichtigste Unterstützung. In der neuen Woche rücken die Treibstoffkosten in den Fokus. In Deutschland endet zum Monatswechsel eine steuerliche Entlastung für Kraftstoffe. Obendrein bleibt die geopolitische Lage im Nahen Osten angespannt. Konkurrenten wie KLM strichen wegen dieser Risiken bereits Flüge bis in den Juli. Solche externen Schocks bleiben der größte Unsicherheitsfaktor für die anstehende Hauptsaison.
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