Während TUI mit den Folgen des Unfalls der „Mein Schiff 3“ beschäftigt ist, liefert ein Konkurrent frische Impulse für die Kreuzfahrtbranche. Norwegian Cruise Line hat überraschend starke Quartalszahlen vorgelegt und die Jahresprognose angehoben. Die Aktie des Rivalen sprang zweistellig.
Norwegian überrascht, TUI bleibt unter Druck
Der Umsatz blieb mit 2,9 Milliarden Dollar stabil und übertraf die Erwartungen leicht. Beim bereinigten Gewinn je Aktie lag Norwegian mit 1,12 Dollar um 18 Cent über der Prognose, trotz höherer Treibstoffkosten. Die Aktie legte um 13,5 Prozent zu und löste sich damit vom schwachen Gesamtmarkt.
Die Prognose für das Gesamtjahr hob das Management auf einen bereinigten Gewinn von 1,70 Dollar je Aktie an. Bisher standen 1,50 Dollar im Plan. Die Nachfrage liegt nach Unternehmensangaben allerdings weiter unter der „optimalen Bandbreite“.
Für die Branche war 2026 ein schwieriges Jahr. Eine anhaltende Konsumflaute belastete die Buchungen, hohe Treibstoffpreise drückten auf die Erträge. Auch die TUI-Aktie zeigt einen hartnäckigen Abwärtstrend und notiert nach Einschätzung von Chartbeobachtern unter der 50-Tage-Linie. Technisch steht sie damit schlechter da als der Rivale, der diese Marke zurückerobert hat.
Werftaufenthalt der „Mein Schiff 3“
Bei TUI Cruises steht derweil die Schadensbehebung an. Die „Mein Schiff 3“ war am vergangenen Sonntag in Bremerhaven beim Auslaufen von einer Böe erfasst worden und mit zwei Containerschiffen kollidiert. Der Schaden liegt nach ersten Schätzungen im siebenstelligen Bereich.
Für die Reparaturen soll das Schiff voraussichtlich am Sonntag, 1. November, zur Lloyd Werft Bremerhaven wechseln. Die geplante mehrwöchige Reise Richtung Kanaren wurde abgesagt, die Gäste erhalten den Reisepreis erstattet. Die Wasserschutzpolizei ermittelt unter anderem gegen den Kapitän wegen des Verdachts einer Ordnungswidrigkeit.
Wie sich der Ausfall auf nachfolgende Reisen auswirkt, ist offen. Die Reederei rechnet Anfang kommender Woche mit mehr Klarheit. Dann dürfte sich zeigen, wie groß die finanziellen Folgen für die Kreuzfahrtsparte tatsächlich sind.
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