TUI-Aktie: Mit Verspätung!

Die Aktie von TUI bleibt weit unter dem jüngsten Höchststand, trotz mehrheitlich zuversichtlicher Analysten. Einer aber hat seine Prognose für den Reisekonzern nun gekürzt.

Auf einen Blick:
  • Die Aktie von TUI notiert noch immer deutlich unter ihrem Februarhoch
  • Die Analysten bleiben beim Reisekonzern mehrheitlich dennoch zuversichtlich
  • Einer allerdings hat seine Prognose nun gekürzt – und folgt quasi den Anlegern

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Aktie von TUI sieht nach wie vor, nun ja, keine Sonne. Im Februar noch mit 9,55 Euro bewertet, dümpeln die Papiere des Reisekonzerns aktuell bei rund 6,70 Euro, trotz ansprechender Zahlen aus dem jüngsten Quartal. Nur kurz überwand die TUI-Aktie Ende Mai die Marke von 7 Euro, fiel aber schnell wieder zurück. Die Zurückhaltung der Anleger hat nun auch einen Analysten bewogen, seine bislang positive Sicht auf das Touristik-Unternehmen zu überdenken. Er ist allerdings die Ausnahme.

Jefferies hat Kursziel für TUI-Aktie gekappt

Während andere Häuser noch ihre hohen Prognosen halten, etwa die Deutsche Bank mit einem unveränderten Kursziel von 10,50 Euro, hat das Analysehaus Jefferies seines in dieser Woche von 8,20 auf 7,00 Euro gesenkt und die Einstufung auf „Hold“ belassen. Er ist mit seiner Entscheidung spät dran. Mit deutlich gesenkten operativen Ergebnisschätzungen (Ebit) trug James Wheatcroft am Montag „dem bereits im April gesenkten Jahresziel des Reisekonzerns Rechnung“, wie es heißt.

Ausschlaggebend ist die, für alle Branchen, schwierige Situation im Nahem Osten nach dem Angriff der USA und Israels auf den Iran Anfang März.

  • Für die Reisebranche ist die Eskalation aber noch weitaus belastender
  • Flugpreise steigen und ganze Regionen fallen als Urlaubsziel weg

TUI war nach Corona wieder auf dem Weg

Das kommt für TUI zur Unzeit: Der Reisekonzern hatte die Krisenjahre wegen Corona weitgehend hinter sich gelassen. Hotels, Kreuzfahrten und Erlebnisangebote entwickeln sich insgesamt robust, während das klassische Veranstalter- und Airlinegeschäft schrittweise effizienter werden soll. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte TUI mit einem bereinigten operativen Gewinn (EBIT) von 1,46 Milliarden Euro den höchsten Wert der Unternehmensgeschichte. Der Umsatz stieg um 4,4 Prozent auf 24,2 Milliarden Euro.

Auch 2025 zeigte sich die Nachfrage nach Urlaubsreisen erstaunlich widerstandsfähig. Trotz geopolitischer Unsicherheiten und eines schwierigen Konsumumfelds legten Umsatz und Ergebnis im zweiten Quartal zu. Die Winterbuchungen stiegen, gleichzeitig erhöhten sich die Durchschnittspreise. Zudem konnte TUI seine Nettoverschuldung weiter reduzieren.

Hotels und Kreuzfahrten die Gewinnbringer

Für die Aktie ergibt sich daraus allerdings ein gemischtes Bild. Operativ spricht vieles für eine Fortsetzung der jäh unterbrochenen Erholung. Zahlreiche Analysten sehen weiteres Kurspotenzial und bewerten die Aktie überwiegend mit „Kaufen“ oder „Halten“. Gleichzeitig bleibt das Geschäft anfällig für Konjunkturschwäche, geopolitische Krisen und schwankende Buchungstrends.

  • Hotels und Kreuzfahrten liefern den größten Ergebnisbeitrag und wachsen stärker als das klassische Reisegeschäft
  • Die Rückkehr einer Dividende signalisiert eigentlich die finanzielle Stabilisierung nach den Corona-Jahren
  • Entscheidend für den Aktienkurs bleibt, ob TUI das Gewinnwachstum fortsetzen und die Verschuldung weiter abbauen kann

Barclays beließ TUI-Aktie auf „Overweight“

Die britische Investmentbank Barclays ist bei all dem zuversichtlich: Sie hatte die Einstufung für TUI Ende Mai auf „Overweight“ belassen, ohne ein neues Kursziel zu nennen. Diese hatte sie im März von 12 nur leicht auf 11 Euro gesenkt, sieht also noch reichlich Aufwärtspotenzial.

Es gebe am Markt einige Unsicherheit hinsichtlich der Durchschnittserlöse der Fluggesellschaften auf Kurzstrecken in der Sommersaison, schrieb Andrew Lobbenberg laut Medienberichten in seinem Branchenkommentar. Er sehe „keinen Widerspruch“ in den Signalen von Ryanair und Easyjet, die auch zu jenen von Jet2 und TUI passten. Die Buchungen dürften in diesem Jahr später erfolgen als üblich, glaubt er. Sollte er Recht behalten, dürfte davon letztlich auch die Aktie profitieren. Dann halt ebenfalls mit Verspätung.

TUI-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue TUI-Analyse vom 10. Juni liefert die Antwort:

Die neusten TUI-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für TUI-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 10. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

TUI: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer

Die auf finanztrends.de angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information. Die hier angebotenen Beiträge stellen zu keinem Zeitpunkt eine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlung dar. Sie sind nicht als Zusicherung von Kursentwicklungen der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren ist risikoreich und birgt Risiken, die den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bewirken können. Die auf finanztrends.de veröffentlichen Informationen ersetzen keine, auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Es wird keinerlei Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden übernommen. finanztrends.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinen Einfluss und vor Veröffentlichung sämtlicher Beiträge keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand dieser. Die Veröffentlichung der namentlich gekennzeichneten Beiträge erfolgt eigenverantwortlich durch Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen o.ä. Demzufolge kann bezüglich der Inhalte der Beiträge nicht von Anlageinteressen von finanztrends.de und/ oder seinen Mitarbeitern oder Organen zu sprechen sein. Die Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen usw. gehören nicht der Redaktion von finanztrends.de an. Ihre Meinungen spiegeln nicht die Meinungen und Auffassungen von finanztrends.de und deren Mitarbeitern wider. (Ausführlicher Disclaimer)