TUI-Aktie: Mehrheitlich angetan!

Die Aktie von TUI erholt sich aktuell ganz leicht, davor war es nach Zahlen abwärtsgegangen. Dabei war der Reisekonzern selbst optimistisch - und auch fast alle Analysten.

Auf einen Blick:
  • Die TUI-Aktie hat sich zum Wochenstart wieder über die Marke von 7 Euro geschoben
  • Nach Quartalszahlen hatte der Reisekonzern davor tagelang an Börsenwert eingebüßt
  • Dabei war das Management durchaus zufrieden, bestätigte die Jahresprognose
  • Auch die meisten Analysten riefen hohe Kursziele auf, nur Jeffries blieb skeptisch

Liebe Leserin, lieber Leser,

ganz langsam verlor die Aktie von TUI nach dem Quartalsbericht vom 12. August immer mehr an Wert: Von 7,50 Euro noch am Tag davor, waren die Papiere des Reisekonzerns bis auf 6,89 Euro zurückgefallen. Ebenso langsam gewinnt die TUI-Aktie in den vergangenen Tagen wieder hinzu, steht aktuell bei knapp über 7 Euro. Wirklich zünden will der Kurs also nicht, aller positiven Einschätzungen zum Trotz. Nicht nur durch das Unternehmen selbst, auch die Analysten sind mehrheitlich angetan.

TUI machte weniger Umsatz und Gewinn

TUI erweise sich trotz der Herausforderungen im Mittleren Osten und eines zunehmend kurzfristigen Buchungsverhaltens nach eigenen Angaben als „resilient“. Das Geschäftsmodell profitiere von starken TUI-Produkten, den eigenen Hotel-Marken und Kreuzfahrten sowie den Erlebnissen von TUI Musement. Nach neun Monaten lag das bereinigte EBIT auf Konzernebene bei 123 Millionen Euro. Bereinigt um Einmaleffekte in Höhe von 81 Millionen Euro entspricht dies einem Ergebnis, das rund 40 Millionen Euro über dem Vorjahr liegt.

  • Der Umsatz betrug nach neun Monaten 14,5 Milliarden Euro und damit 1,6 Prozent weniger als im Vorjahr
  • Im dritten Quartal 2026 ging der Umsatz laut Bericht um 5,6 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro zurück

TUI bestätigte dennoch die Jahresprognose

Gleichzeitig aber zeige sich ein Trend zu späteren Buchungen, heißt es: Die vier Wochen vor dem Quartalsbericht entwickelten sich demnach deutlich positiv. TUI bestätigte daher die EBIT-Prognose für das Gesamtjahr von 1,1 bis 1,4 Milliarden Euro. TUI CEO Sebastian Ebel erklärte: „2026 ist kein normales Jahr. TUI hat sich gut behauptet in einem schwierigen globalen Umfeld. Unser Geschäftsmodell erweist sich als resilient. Reisen bleibt für das Leben der Menschen sehr relevant, aber der Zeitpunkt der Reise-Entscheidung hat sich verschoben.“

Die Analysten reagierten auf das Ergebnis durchaus mit Lob, nur ein Analysehaus nicht Während Jeffries das aktuelle Kursniveau mit einer Prognose von 7,00 Euro als gerechtfertigt ansieht, erkennen alle andere Institute noch Luft nach oben – teilweise erheblich, wie die Auflistung von finanzen.net darlegt:

  • Deutsche Bank: 10,50 Euro, +49,27%
  • Bernstein Research: 8,60 EUR, +22,26%
  • JP Morgan: 12,20 EUR, +73,44%
  • UBS: 9,60 EUR, +36,48%

JP Morgan sieht Aktie gut 70 Prozent höher

Besonders zuversichtlich ist die US-Bank JP Morgan, wenngleich sie das Kursziel für TUI nach den vorgelegten Zahlen leicht von 12,50 auf 12,20 Euro gesenkt hatte. Die Einstufung wurde bei einem erwarteten Kursplus von merh als 70 Prozent auf „Overweight“ belassen. Analyst Karan Puri ließ seine Schätzungen für den Umsatz und das operative Ergebnis des Reiseveranstalters weitgehend unverändert. „Wegen der höheren Nettoverschuldung senkte er jedoch das Kursziel“, hieß es.

Auch Andre Juillard von Deutsche Bank Research sieht den Touristikkonzern grundsätzlich auf einem guten Weg: Die Zahlen zum dritten Geschäftsquartal hätten die Erwartungen verfehlt, die Prognosen habe TUI aber bestätigt, schrieb er in seiner Studie. Das vergangene Quartal sei von geopolitischen Ereignissen schwer gezeichnet worden, erkannte er an – und beließ die Einstufung für TUI nach den Zahlen auf „Buy“ mit einem Kursziel von 10,50 Euro.

TUI-Kursziel gesenkt, Kaufempfehlung bleibt

In der vergangenen Woche meldet sich dann die britische Investmentbank Barclays – und platzierte sich im Mittelfeld. Siue hat das Kursziel für TUI zwar leicht von 10 auf 9,75 Euro gesenkt, aber die Einstufung ebenfalls auf „Overweight“ belassen. Das dritte Geschäftsquartal sei ziemlich robust gewesen, schrieb Andrew Lobbenberg am Mittwoch in seinem Resümee. Das Geschäft mit Erlebnissen unter Tui Musement sei der „Gewinnanker“. Das Segment Markets & Airlines sei derweil recht volatil. Dennoch geht er davon aus, dass sich die Aktie mittelfristig um knapp 40 Prozent steigern wird. Zu sehen ist davon allerdings bislang nur wenig.

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