Der Touristikkonzern TUI bereitet einen langfristigen Führungswechsel an der Spitze seines Aufsichtsrats vor. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, soll der 59 Jahre alte Johan Lundgren den Vorsitz des Kontrollgremiums übernehmen. Der Manager folgt auf Dieter Zetsche, der diesen Posten seit Mai 2019 führt. Der geplante Übergang an der Spitze des Kontrollorgans soll nach der Hauptversammlung im Februar 2027 erfolgen.
Einstimmiges Votum für Johan Lundgren
Die Weichenstellung für die Nachfolge stützt sich auf einen breiten Konsens im Kontrollgremium. Sowohl die Vertreter der Anteilseigner als auch die der Arbeitnehmer nominierten Lundgren einstimmig für das Spitzenamt.
Lundgren ist mit den Strukturen des Konzerns bestens vertraut. Bis zum Jahr 2015 war er fast drei Jahrzehnte lang für TUI tätig. Anschließend leitete er bis Ende 2024 die britische Fluggesellschaft easyJet. Seit dem Jahr 2025 gehört der Manager dem Aufsichtsrat von TUI bereits als Mitglied an.
Dieter Zetsche scheidet damit mittelfristig aus dem Kontrollorgan aus. Der 73-Jährige gehört dem Gremium seit 2018 an und begleitet die Übergangsphase bis zum Stabwechsel. Parallel dazu stellte das Unternehmen auch im operativen Management personelle Kontinuität her: Der Vertrag von Vorstandsmitglied Sybille Reiss wurde bis zum Jahr 2030 verlängert.
Belastetes Marktumfeld und Kursverluste
Der angekündigte Führungswechsel fällt in eine anspruchsvolle Phase für den Reiseanbieter. Bereits die Vorlage der Quartalszahlen vor rund einem Monat hatte zu spürbarer Zurückhaltung geführt. Seither büßten die Papiere 11,7 Prozent an Wert ein.
Die personelle Neuordnung an der Spitze des Kontrollgremiums brachte vor dem Wochenende keine Entlastung für das Papier. Marktteilnehmer nahmen die langfristige Nachfolgeregelung zur Kenntnis, hielten sich mit Käufen jedoch zurück.
Am Freitag verzeichnete die TUI-Aktie ein Minus von 2,6 Prozent und ging bei 6,46 Euro aus dem Handel. Seit Jahresanfang beläuft sich der Kursverlust des Titels damit auf 28 Prozent.
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