Das Winterquartal war für TUI erneut ein Verlustquartal — das war erwartet. Überraschend ist, dass der Konzern trotz eines 45-Millionen-Euro-Einmaleffekts durch den Iran-Krieg besser abschnitt als im Vorjahr.
Der Umsatz lag bei 3,7 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT belief sich auf minus 188 Millionen Euro — gegenüber minus 207 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Eine Verbesserung um rund 18 Millionen Euro, erzielt unter erschwerten Bedingungen.
Jahresziel bleibt stehen
Für das Gesamtjahr hält das Management an einem bereinigten EBIT zwischen 1,1 und 1,4 Milliarden Euro fest. Die Grundlage: robuste Buchungszahlen für die Sommersaison. Griechenland, Türkei und Mallorca melden starke Nachfrage. Das stützt die Prognose.
Hinzu kommt ein politischer Impuls. Der Bundestag beschloss am 21. Mai die Senkung der Luftverkehrsteuer — ab 1. Juli sinkt die Belastung je Passagier um 2,50 bis 11,40 Euro. Branchenvertreter nennen es einen „Tropfen auf den heißen Stein“. Für TUI bedeutet es dennoch eine Kostenentlastung, die bei hoher Preissensibilität der Kunden helfen kann.
Kurs unter Druck
An der Börse spiegelt sich die operative Verbesserung kaum wider. Die Aktie notiert bei 6,54 Euro — rund 27 Prozent unter dem Jahresanfangsniveau. Vom 52-Wochen-Hoch bei 9,41 Euro trennen den Kurs noch gut 30 Prozent.
Charttechnisch gilt die Zone um 6,10 Euro als Unterstützung, die 7,00-Euro-Marke als Widerstand. Mit einem RSI von 53 ist die Aktie weder überkauft noch überverkauft — der Markt wartet ab.
Wachstum kommt aus dem Premiumsegment
TUI setzt gezielt auf margenstarke Bereiche. Kreuzfahrten und Hotelbeteiligungen sollen den Ergebnismix verbessern. Im Juni tauft der Konzern in Triest das neue Schiff „Mein Schiff Flow“ — ein konkreter Schritt zur Stärkung des Premiumangebots.
Die nächste Bewährungsprobe kommt schnell: Die Buchungszahlen für die Hauptsaison werden zeigen, ob die Jahresziele tatsächlich erreichbar sind. Wer das 52-Wochen-Tief bei 6,15 Euro im Blick behält, weiß, wie eng die Luft nach unten ist.
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