TUI hat kürzlich die geplante Senkung der Beiträge zum Deutschen Reisesicherungsfonds (DRSF) begrüßt – fordert aber zugleich deutlich weitergehende Reformen. Aus Sicht des Konzerns ist die Absenkung lediglich ein richtiger Zwischenschritt auf dem Weg zu einer vollständigen Abschaffung der Gebühren.
TUI-Aktie: Was ist der DRSF?
Der DRSF ist die staatlich vorgeschriebene Absicherung, über die Pauschalreisende bei Insolvenz eines Reiseveranstalters geschützt werden – finanziert über verpflichtende Beiträge der Veranstalter, die in der Regel über den Reisepreis an die Kunden weitergegeben werden.
TUI argumentiert, dass angesichts des bereits angesammelten Fondsvermögens von rund einer Milliarde Euro eine Absenkung auf null möglich sei – ohne den hohen Schutz für Kunden zu gefährden. Eine zu hohe staatliche Kostenbelastung treibe Kunden sonst in Richtung von Anbietern, die über keine vergleichbare Absicherung verfügten, so der Reisekonzern.
TUI-Aktie: Bessere Kapitalanlage statt Kundenbeiträge als Lösung
Als alternativen Hebel zur Entlastung schlägt TUI eine professionellere und ertragreichere Anlagestrategie für das bestehende Fondsvermögen vor. Bei adäquater Verzinsung könnte das Fondsvermögen stärker wachsen als durch fortlaufende Kundenbeiträge.
Gespräche mit der DRSF-Geschäftsführung, dem Bundesjustizministerium und dem Tourismuskoordinator der Bundesregierung seien dazu bereits geführt worden. Kritisch äußerte sich TUI zudem zur Rolle des Branchenverbands DRV als Fondsgesellschafter, dem es bislang offenbar nicht ausreichend gelungen sei, die Bedeutung der Pauschalreise und der deutschen Veranstalter in der politischen Debatte zu vermitteln.
TUI-Aktie: Fairer Wettbewerb im Fokus
Zur Einordnung: Niedrigere oder ganz entfallende DRSF-Gebühren würden die Reisepreise für Endkunden senken oder die Margen von TUI verbessern. Das würde den Konzern vor allem im Wettbewerb mit internationalen Online-Plattformen stärken, welche die DRSF-Abgaben oftmals umgehen, indem sie als reine Vermittler auftreten oder die Haftung in andere EU-Länder auslagern.
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