Liebe Leserin, lieber Leser,
TUI war so gut wie nie in der Firmengeschichte ins Winterhalbjahr gestartet – und die Aktie knickte nach den Quartalszahlen am 10. Februar dennoch ein. Von 9,35 Euro noch am Tag davor, ging es zunächst bis auf 8,20 Euro zurück, bevor sich die Papiere des Reisekonzerns wieder etwas fingen. Doch das ist bereits wieder Geschichte, die TUI-Aktie notiert am Freitagvormittag sogar etwas tiefer bei aktuell 8,17 Euro. Dabei hat das Unternehmen einen Plan, der sich auszahlen könnte.
TUI Aktie Chart
TUI kündigt günstige Zweitmarke an
Denn TUI kündigte kurz vor der am Berichtstag ebenfalls stattfindenden Hauptversammlung die Einführung einer Zweitmarke für günstige Pauschalreisen an. Ziel sei es, das Volumen im preissensiblen Discount-Segment auszubauen und zugleich die Profitabilität der Premiummarke zu schützen. „Ich war immer dafür, eine Zweitmarke zu haben“, sagte Vorstandschef Sebastian Ebel laut Medienberichten vor Beginn der Veranstaltung in Hannover. Im Auge habe Ebel eine „Abverkaufsmarke“ für günstigere Angebote, um das Geschäft mit der höherpreisigen Hauptmarke TUI und deren Gewinne zu schützen.
Strategisch soll die neue Marke preisbewusste Kunden ansprechen, saisonale Schwankungen abfedern und zusätzliche Umsatzquellen erschließen, ohne die Margen der Kernmarke zu belasten. Konkretes dazu solle es binnen drei bis sechs Monaten geben, so Ebel in einer Videokonferenz mit Journalisten. Analysten sehen in den Plänen Chancen für eine breitere Ertragsbasis bei TUI, warnen jedoch vor Risiken durch intensiven Wettbewerb und mögliche Margeneffekte im Massengeschäft.
Ergebnis gesteigert, den Umsatz aber nicht
Ebels Vorgänger Fritz Joussen habe die frühere Markenvielfalt bei TUI kräftig zusammengestrichen, hieß es beim Manager Magazin. So habe er etwa das Geschäft von Thomson in Großbritannien und von 1-2-Fly in Deutschland, die vor allem für höherwertige Reisen gestanden hatten, auf die Hauptmarke TUI umgeflaggt. Auch derzeit sei TUI mit Hotel- und Clubmarken wie Riu und Robinson vor allem im teureren Segment positioniert, so der Bericht. „In diesem Bereich ist das Wachstum aber begrenzt, zumal Urlaube in den vergangenen Jahren deutlich teurer geworden sind.“
Das zeigte sich auch in den Zahlen. Nach dem Rekordquartal bestätigt TUI zwar seine Jahresziele und strebt für das Gesamtjahr einen Anstieg des bereinigten operativen Gewinns von 7 bis 10 Prozent an. Allerdings konnte TUI im Winterquartal trotz einer gestiegenen Urlauberzahl den Umsatz nicht steigern: Der Erlös stagnierte laut Manager Magazin bei knapp 4,9 Milliarden Euro.
- Auf die Aktionäre entfiel unter dem Strich ein Verlust von knapp 44 Millionen Euro
- Im Jahr davor hatte dieser demnach aber noch rund doppelt so hoch gelegen
Barclays belässt TUI-Kursziel bei 12 Euro
Und so waren die Analysten durchaus angetan vom Zahlenwerk. Die britische Investmentbank Barclays etwa hat die Einstufung für TUI jüngst mit einem Kursziel von 12 Euro auf „Overweight“ belassen. Analyst Andrew Lobbenberg erkennt somit ein Aufwärtspotenzial von nicht weniger als 45 Prozent.
Der Experte nannte laut finanzen.net vor einer Woche vier wichtige Themen, die nach dem Quartalsbericht des Reisekonzerns bei Anlegern im Fokus stünden: „Die Umstrukturierung des Kerngeschäfts, die Dynamik in der Hotel- und Kreuzfahrtsparte Holiday Experiences (HEX) sowie die Preissetzungsmacht und die Kapitalverteilung.“
Analysten sehen noch ordentlich Kurspotenzial
Und der Barclays-Analyst ist nicht der einzige, der TUI mittelfristig einiges zutraut. Das durchschnittliche Kursziel für die Aktie liegt laut marketscreener.com aktuell bei 11,36 Euro, und damit rund 40 Prozent über dem aktuellen Kursstand. Entsprechend auch die Einschätzungen. Von derzeit 14 aufgeführten Analysten würden
- 9 die TUI-Aktie im Moment kaufen
- 5 raten zum Halten der Papiere
- kein einziger würde aktuell verkaufen
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