TUI-Aktie: Es geht um weitaus mehr!

Die Aktie von TUI ist auf dem tiefsten Stand seit Monaten. Es sind nicht allein die hohen Kerosinpreise, die das Reiseunternehmen seit dem Irankrieg belasten.

Auf einen Blick:
  • Die TUI-Aktie hat seit Anfang März deutlich an Wert abgegeben
  • Allein die gestiegenen Kerosinpreise belasten den Reisekonzern
  • TUI hat zudem den größten Umsatzanteil im Nahen Osten
  • Es mussten Reisende zurückgeholt und Kreuzfahrten abgesagt werden

Liebe Leserin, lieber Leser,

schon nach den Quartalszahlen im Februar begann der schleichende Ausverkauf bei der Aktie von TUI. Von in der Spitze 9,56 Euro zum Monatsbeginn ging es hinab auf 8,08 Euro. Doch nach dem Beginn des Kriegs im Nahen Osten hat sich der Niedergang des Reisekonzerns an der Börse noch einmal beschleunigt. Die TUI-Aktie notierte am Donnerstag zum Xetra-Handelsschluss bei nur noch 6,72 Euro. Und klar, es sind nicht allein die Kerosinpreise, die das Unternehmen mit eigener Flugzeugflotte belasten. Es ging um weitaus mehr, zuletzt etwa um die Rückholung gestrandeter Touristen genauso wie um weitere, abgesagte Kreuzfahrten.

TUI holte tausende Touristen zurück

Denn nachdem TUI bereits am 8. und 9. März tausende Pauschalreisegäste mit Sonderflügen zurück nach Europa geholt hatte, seien nun die letzten Kreuzfahrtgäste von TUI Cruises, die infolge des Iran-Kriegs im Nahen Osten festsaßen, auf dem Weg zurück nach Deutschland, meldete das Finanzportal Onvista am Donnerstag. Die verbliebenen 180 Passagiere der „Mein Schiff 5″ seien inzwischen in einem Flugzeug auf dem Weg nach Frankfurt, sagte ein Unternehmenssprecher demnach der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Die Gäste sind dem Bericht zufolge mit einem Airbus A380 der Qatar Airways von Doha (Katar) gestartet und sollten am Abend in Frankfurt am Main landen. Ein Teil der Crew sei ebenfalls an Bord. „Somit haben wir jetzt alle Gäste von den Schiffen runter“, wurde der TUI-Sprecher zitiert. Die Passagiere der „Mein Schiff 4“, die ebenfalls in der Region lag, seien bereits vor einigen Tagen nach Deutschland zurückgebracht worden, heißt es.

  • Es ist für die Urlauber sicherlich das einigermaßen glückliche Ende einer strapaziösen Reise
  • Für TUI selbst allerdings sind die kriegsbedingten Umsatzeinbußen damit nicht vorbei

TUI Cruises musste weitere Kreuzfahrten absagen

TUI Cruises habe aufgrund der angespannten Sicherheitslage im Nahen Osten weitere Kreuzfahrten abgesagt, meldet das Kreuzfahrt-Magazin Crucero ebenfalls am Donnerstag. Hintergrund sei ebenfalls die militärische Eskalation in der Region, die die Sicherheitslage erheblich verschärft habe. Betroffen sind dem Bericht zufolge Reisen der Mein Schiff 4 bis einschließlich Abfahrt am 23. März 2026 sowie der Mein Schiff 5 bis einschließlich Reisebeginn am 12. März 2026. „Das Unternehmen informierte alle gebuchten Gäste bereits direkt über die Ausfälle“, so der Bericht.

TUI Cruises bewerte die Lage fortlaufend neu. „Der unternehmenseigene Krisenstab stimmt sich dazu mit Behörden, dem Auswärtigen Amt, Botschaften, internationalen Sicherheitsexperten sowie den Sicherheitsteams der beiden Muttergesellschaften ab“, heißt es.

US-Analyst mit weiter hohem Kursziel für TUI

Möglicherweise haben zwei Analysten die Auswirkungen für TUI zuletzt unterschätzt. So hatte Estelle Weingrod von der US-Bank JPMorgan die Einstufung für TUI am 3. März mit einem Kursziel von 13,50 Euro auf „Overweight“ belassen. Die Analystin schaute sich laut finanzen.net an, „wie europäische Hotelaktien in der Vergangenheit auf geopolitische Instabilität reagiert haben“. TUI sei dabei vergleichsweise schwach gewesen, gefolgt von Accor. Interconti Hotels sah sie als vergleichsweise defensiv.

  • Das Ausmaß der Kurskorrektur hänge entscheidend von der Länge und Schwere des Iran-Kriegs ab, so Weingrod.
  • Denn TUI habe den größten Umsatzanteil im Nahen Osten, wenn auch schwerpunktmäßig in der Türkei und in Ägypten.

Barclays sprach von „großer Unsicherheit“

Die britische Investmentbank Barclays hatte das Kursziel für TUI indes vor einer Woche leicht von 12 auf 11 Euro gesenkt, die Einstufung aber ebenfalls auf „Overweight“ belassen. Es herrsche große Unsicherheit hinsichtlich der Treibstoffpreise und der Nachfrage, schrieb Andrew Lobbenberg am Freitagabend. Er bezweifele aber, dass die Kerosinpreise auf dem derzeitigen Niveau bleiben werden und sieht daher die Zeit gekommen, um wieder „konstruktiver für einige Fluggesellschaften zu werden“. Der Analyst ging davon aus, dass der Kerosinpreis stark fallen wird, sobald die Luftangriffe auf den Iran nachlassen oder aufhören. Wann dies der Fall sein wird, ist derzeit völlig offen.

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