Die TUI-Aktie setzt am Mittwochvormittag ihre Kurserholung der letzten Tage mit einem weiteren Anstieg von rund drei Prozent fort. Was steckt hinter der guten Performance des deutschen Touristikriesen?
Doch nicht so schlimm
Vielen Anlegern scheint dieser Tage zu dämmern, dass die Krise im Nahen Osten vielleicht doch nicht so schlimm für die TUI-Aktie ist wie befürchtet. Zuletzt sank der Ölpreis angesichts der Entspannung zwischen den USA und dem Iran wieder unter die Marke von 95 US-Dollar (Sorte Brent). Für die große Flugzeug- und Schiffsflotte von TUI ist das eine sehr gute Nachricht.
Gleichzeitig sorgt die Unsicherheit im internationalen Reiseverkehr für eine für TUI positive Trendwende. Viele Urlauber weichen auf sicher planbare und regionalere Ziele aus (etwa an die Nord- und Ostsee oder europäische Festlandziele).
Reiseveranstalter wie TUI profitieren massiv von dieser Entwicklung. Sie besitzen die nötige logistische Flexibilität, um Kapazitäten, Hotels und Transfers extrem schnell in gefragte Regionen umzuleiten. Zudem wird das Pauschalreisemodell wird von Kunden in unsicheren Zeiten vermehrt als Sicherheitsnetz geschätzt.
Wieder was für Value-Investoren
Die jüngsten Finanzberichte haben gezeigt, dass TUI operativ so profitabel wirtschaftet wie lange nicht mehr. Das Unternehmen lieferte das beste Winterquartal seiner Geschichte ab – eine Phase, die für Reisekonzerne traditionell als Verlustbringer gilt. Vor allem die Schifffahrtssparte läuft unter Volldampf mit historischen Auslastungsraten von rund 98 Prozent und deutlich höheren Preisen.
Nicht zuletzt hat TUI seine Nettoverschuldung massiv abgebaut. Die angekündigte Rückkehr zu einer geregelten Dividendenpolitik (Ausschüttung von 10 bis 20 % des bereinigten Gewinns) zieht nun schrittweise wieder klassische Value-Investoren an.
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