Kurz vor Ende des Geschäftsjahres muss TUI Klartext reden – und der fällt gemischt aus. Der Reisekonzern grenzt seine Gewinnprognose ein, statt sie zu bestätigen. Die Botschaft: Es wird ein schwächeres Jahr als das vorherige, aber kein Desaster.
Iran-Krieg und Spätbucher drücken auf die Bilanz
Der Konflikt im Nahen Osten hinterlässt Spuren im operativen Geschäft. Zwei Schiffe von TUI Cruises saßen zeitweise im Persischen Golf fest, zugleich verschoben viele Kunden ihre Buchungen. Für das Geschäftsjahr bis Ende September rechnet der Konzern nun mit einem bereinigten operativen Ergebnis zwischen 1,2 und 1,3 Milliarden Euro, nach 1,41 Milliarden Euro im Vorjahr.
Die bisherige Zielspanne hatte bei 1,1 bis 1,4 Milliarden Euro gelegen – TUI verengt den Korridor also nach unten. Eine Umsatzprognose bleibt weiterhin ausgesetzt, eine Konsequenz aus der bereits im April gestrichenen Jahresvorgabe. Der Trend zu immer kurzfristigeren Buchungen hält an und erschwert dem Management die Planung.
Zuletzt zieht die Nachfrage wieder an
Ganz so trüb wie die Gesamtzahlen suggerieren, ist die Lage nicht. Für den Sommer liegt der gebuchte Umsatz zwar insgesamt fünf Prozent unter Vorjahr, in den vergangenen vier Wochen aber zwei Prozent darüber. TUI spricht deshalb von einer „ermutigenden Buchungsdynamik“ und hat die Kapazitäten entsprechend angepasst.
Auch für den Winter 2026/27 zeigt sich dieses Muster. Der gebuchte Umsatz liegt derzeit sieben Prozent unter Vorjahresniveau, das Minus der vergangenen vier Wochen beträgt aber nur noch ein Prozent. Die Durchschnittspreise entwickeln sich in beiden Saisons nach Konzernangaben weiterhin gut.
Für die Aktie bleibt das ein unbequemer Spagat: Die kurzfristige Dynamik verbessert sich, die kumulierten Zahlen für Sommer und Winter liegen aber weiter im Minus. Hinzu kommt, dass TUI ohne Umsatzziel operiert – ein Zustand, der Anleger schon seit dem Frühjahr begleitet. Klarheit soll es erst am 9. Dezember geben, wenn TUI die vollständigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025/26 vorlegt.
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