Seit Wochen scheitert die TUI-Aktie an derselben Hürde. Immer wieder nähert sich der Kurs der 8-Euro-Marke. Immer wieder drücken Verkäufer ihn zurück.
Am Mittwoch schloss das Papier bei 7,01 Euro. Auf Wochensicht steht ein Minus von 2,58 Prozent, seit Jahresbeginn hat die Aktie 21,43 Prozent verloren. Vom 52-Wochen-Hoch bei 9,50 Euro aus dem Februar trennen den Kurs mittlerweile 26,18 Prozent.
Charttechnik bremst trotz operativer Fortschritte
Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 7,65 Euro. Diese Marke wirkt aktuell als Widerstand nach oben, der Abstand beträgt minus 8,32 Prozent. Nach unten stützt der 50-Tage-Schnitt bei 6,87 Euro.
Die Aktie bewegt sich damit in einer engen Spanne. Der RSI notiert bei 46,6 Punkten und signalisiert einen neutralen Markt. Die annualisierte Volatilität liegt bei 34,33 Prozent — ein Zeichen für die Nervosität, mit der Anleger das Papier aktuell handeln.
Staatliche Entlastung bringt keinen Ausbruch
Fundamental hat sich die Lage für TUI eigentlich verbessert. Seit Juli sinkt die Luftverkehrsteuer wieder auf ihr altes Niveau. Ab November wird zusätzlich der Reisesicherungsfonds günstiger.
TUI hatte diese Reform selbst vorangetrieben. Die gesamte Branche spart dadurch laut Berechnungen jährlich rund 630 Millionen Euro. Trotzdem bleibt der erhoffte Ausbruch über die 200-Tage-Linie bislang aus.
Kostenentlastungen und eine wachsende Hotelsparte zeigen operative Substanz. Auf der anderen Seite belasten Rekord-Beschwerden und steigende Kerosinkosten die Stimmung. Der Chart bleibt zäh.
Rekordzahl an Kundenbeschwerden
In der ersten Jahreshälfte 2026 registrierte die zuständige Schlichtungsstelle für Reise und Verkehr in Deutschland über 29.400 Anträge. Ein trauriger Rekord. Der Löwenanteil entfiel auf Flugreisen.
Extreme Wetterereignisse sorgen für kurzfristige Reiseunterbrechungen. Das verärgert nicht nur Kunden, sondern verursacht auch Zusatzkosten für Umbuchungen und Entschädigungen.
Hinzu kommen geopolitische Spannungen, etwa im Nahen Osten. Sie bleiben ein Unsicherheitsfaktor für die Routenplanung von Airlines und Kreuzfahrtflotten. Internationale Investoren, die TUI als Indikator für die globale Reisebranche nutzen, reagieren entsprechend vorsichtig.
Enge Spanne bleibt bestehen
Die sinkenden Steuern liefern TUI einen soliden fundamentalen Anker. Unberechenbares Wetter und steigende Beschwerdezahlen deckeln aber vorerst das Aufwärtspotenzial. Beides zusammen ergibt aktuell keinen klaren Trend.
Solange die 8-Euro-Marke nicht nachhaltig fällt, bleibt die Aktie in ihrer Spanne gefangen. Nach unten begrenzt der 50-Tage-Durchschnitt bei 6,87 Euro, nach oben der 200-Tage-Schnitt bei 7,65 Euro.
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