Liebe Leserin, lieber Leser,
die Aktie von TUI tut sich weiter schwer. Im Februar hatten die Papiere des Reisekonzerns bei einem Kurs von 9,55 Euro ihre Blütezeit noch vor dem Frühling erlebt, doch dann verhagelte der Irankrieg die gute Stimmung an den Märkten. Inzwischen ist längst der Sommer angebrochen, die Hauptreisezeit steht bevor, und die TUI-Aktie dümpelt noch immer gut 25 Prozent tiefer bei gerade einmal rund 7 Euro. Dabei hatte zum Monatsanfang ein Analyst zum Kauf von TUI geraten – und das Unternehmen selbst wächst und wächst, allem Unbill zum Trotz. Und die Analysten sind zuversichtlich.
TUI eröffnet sieben Hotels in Europa
Denn wie TUI unlängst mitteilte, sei TUI Hotels & Resorts mit einem starken Wachstumsschub in den Sommer gestartet und erweitere das globale Portfolio um sieben neue Hotels in Europa, Asien und der Karibik. Die Neuzugänge reichen laut Mitteilung von Premium-Strandresorts am Mittelmeer bis hin zu Freizeithotels in kulturell geprägten Metropolen. Sie unterstrichen damit „sowohl die Vielfalt der TUI Hotelmarken als auch den Fokus auf erlebnisorientierte Hotellerie“, wie es heißt.
„Der Ausbau unseres Hotelportfolios in etablierten ebenso wie in neuen Destinationen unterstreicht die Stärke unseres integrierten Geschäftsmodells“, sagt Marco Ciomperlik, COO der TUI Group. Die nächste Eröffnung steht im August bevor: Das TUI Blue Han River in Vietnam ergänzt demnach in Asien das Portfolio. Das Hotel verfügt über 125 Zimmer, ein Rooftop-Restaurant sowie eine Bar mit Panoramablick auf den Han River.
TUI setzt Expansion weiter fort
Darüber hinaus befinden sich laut TUI mehrere vielversprechende Projekte in der Entwicklung, darunter das Riu Palace Phuket, das den Markteintritt von RIU in Thailand kennzeichnet, sowie das The Mora Singapore, das erste Hotel der Marke in Asien. Gleichzeitig setze TUI Suneo, die Marke mit besonders gutem Preis-Leistungs-Verhältnis, ihre weltweite Expansion fort.
- Zum Konzern gehören bereits jetzt rund 460 Hotels und Resorts mit Premium-Marken wie RIU, TUI Blue und Robinson sowie 18 eigene Kreuzfahrtschiffe
- Hinzu kommen nach Firmenangaben unter anderem fünf Fluggesellschaften mit 125 Mittel- und Langstrecken-Flugzeugen und rund 1.200 Reisebüros
Barclays erhöhte Kursziel für TUI-Aktie
Während das Analysehaus Jefferies das Kursziel für TUI im Juni von 8,20 auf 7,00 Euro gesenkt und die Einstufung auf „Hold“ belassen hatte, womit James Wheatcroft dem bereits im April gesenkten Jahresziel des Reisekonzerns Rechnung trug, zeigt sich die britische Investmentbank Barclays weit optimistischer: Analyst Andrew Lobbenberg hatte das Kursziel für die Aktie in der vergangenen Woche sogar von 9 auf 10 Euro angehoben und die Einstufung auf „Overweight“ belassen.
Lobbenberg hob seine Schätzungen für Europas Airlines aufgrund gesunkener Treibstoffkosten und etwas besserer Aussichten für das Sommergeschäft an. Die Branche bleibe aber Geisel der unkalkulierbaren Entwicklungen in Nahost und der Ukraine, er setze vor allem auf IAG und die Billigflieger. Dennoch traut er der TUI-Aktie einen mittelfristigen Anstieg um gut 40 Prozent zu.
Fast alle empfehlen TUI zum Kauf
Mit seiner positiven Sicht auf den Touristikkonzern ist der Barclays-Analyst keinesfalls allein. Laut aktien.guide liegt das durchschnittliche Kursziel für die TUI-Aktie sogar etwas höher bei derzeit 10,15 Euro. Von 22 Beobachtern, die eine Einschätzung vorgenommen haben
- Empfehlen 17 TUI zum Kauf
- 5 raten zum Halten der Aktie
- kein einziger den Verkauf
Das derzeit höchste Kursziel kommt von der US-Bank JPMorgan: Sie hatte die Einstufung für TUI nach Zahlen im Mai mit einem Kursziel von 12,50 Euro auf „Overweight“ belassen. Die Ergebnisse des Touristikkonzerns zum zweiten Geschäftsquartal hätten keine größeren Überraschungen bereitgehalten, schrieb Karan Puri. Bemerkenswert sei jedoch die starke Ergebnisentwicklung (Ebit) im ersten Halbjahr ohne die Auswirkungen aus dem Nahen Osten und Jamaika, die eine Steigerung um rund 65 Prozent bedeutet hätte. Die nächsten Zahlen werden am 12. August erwartet.
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