Die TUI-Aktie schloss die vergangene Woche mit einem Rücksetzer ab. Trotz positiver Signale auf der Kosten- und Nachfrageseite prallte das Papier an einer wichtigen technischen Marke ab — und bleibt damit unter Druck.
200-Tage-Linie stoppt die Erholung
Der Schlusskurs am Freitag lag bei 7,38 Euro. Damit scheiterte die Aktie fast punktgenau an der 200-Tage-Linie, die bei 7,67 Euro verläuft. Der Abstand zu diesem Langfristindikator beträgt aktuell knapp vier Prozent.
Seit Jahresanfang liegt das Papier rund 17 Prozent im Minus. Das 52-Wochen-Hoch von 9,50 Euro ist damit weit entfernt. Immerhin: Der RSI von 58,4 zeigt keine Überhitzung. Technisch ist also Luft nach oben — vorausgesetzt, die Marktstimmung dreht.
DRSF-Reform: Halbierung, aber keine Euphorie
Ein konkreter Kurstreiber war die Entscheidung des Deutschen Reisesicherungsfonds. Die Entgelte für Reiseveranstalter sinken zum 1. November von 0,5 auf 0,25 Prozent des absicherungspflichtigen Umsatzes. Für TUI bedeutet das weniger laufende Kosten und mehr Liquidität.
Kein Wunder, dass die Reaktion dennoch verhalten ausfiel. TUI hatte im Vorfeld eine vollständige Aussetzung der Gebühren gefordert — und eine deutlich stärkere Senkung der hinterlegten Sicherheitsleistungen. Der Fonds gilt nach der FTI-Insolvenz im Sommer 2024 mit rund einer Milliarde Euro als ausreichend kapitalisiert. Das Management sieht weitere Pflichtbeiträge deshalb als unnötige Branchenbelastung.
Türkei und Ägypten erholen sich
Operativ gibt es erfreulichere Signale. Die Nachfrage für die Türkei und Ägypten zieht an — Regionen, die zuvor unter geopolitischen Spannungen gelitten hatten. Mit der Deeskalation im Nahen Osten sinken die Ölpreise. Das hilft TUI gleich doppelt: Die Buchungsbereitschaft für margenstarke Flüge ins östliche Mittelmeer steigt, und die Kerosinkosten fallen.
Für die laufende Sommersaison hat TUI bereits 83 Prozent des Treibstoffbedarfs abgesichert. Kurzfristige Preisausschläge beim Kerosin bleiben damit weitgehend folgenlos.
Was jetzt zählt
Ob die Unterstützung bei rund 7,30 Euro heute hält, ist die entscheidende Frage für den Wochenstart. Ein nachhaltiger Ausbruch über 7,67 Euro wäre nötig, um das 52-Wochen-Hoch von 9,50 Euro wieder in Reichweite zu bringen.
Makroökonomisch bleibt ein Risiko bestehen: Der zum 1. Juli wegfallende Tankrabatt könnte das verfügbare Einkommen der Haushalte belasten und die Buchungsdynamik für den Spätsommer dämpfen. Solange die Margenstabilisierung anhält, bleibt das fundamentale Bild jedoch intakt.
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